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Politische Nachrichten

Mehr Arztbesuche 2022 als vor Corona – vor allem Psychotherapie ist gefragt


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Von: Anna Lorenz

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Nach starken Schwankungen während der Corona-Pandemie werden Ärzte 2022 häufiger konsultiert als 2019. Es gibt einen klaren Trend zu Telefon- und Videosprechstunden.

Berlin – Der neue Trendreport der Kassenärztlichen Zentralstelle (Zi) misst die Zahl der Besuche in deutschen Arztpraxen im Jahr 2022. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, ist die Tendenz deutlich steigend. Obwohl die Nachfrage je nach medizinischem Thema unterschiedlich ist, ist die Zahl der Patienten deutlich gestiegen.

Der Zi-Bericht belegt, dass die Zahl der Arztbesuche im Verlauf der Corona-Pandemie erheblichen Schwankungen unterlag

Der Vergleich des ersten Quartals 2022 mit dem von 2019 zeigt über alle Fachbereiche hinweg ein Plus von 4,8 Prozent, im zweiten Quartal gab es in den bundesweit rund 100.000 Praxen ein gestiegenes Patientenaufkommen von 0,3 Prozent. Das zeugt von einer Trendwende, denn im April 2020 wies der Zi-Report mit einem allgemeinen Minus von 24 Prozent einen deutlichen Rückgang der Arztbesuche aus. In diesem Zeitraum verzichteten Patientinnen, wie ein Rückgang von 98 Prozent belegt, insbesondere auf Mammographie-Screenings zur Brustkrebsvorsorge – auch hier war für das zweite Quartal 2022 ein Minus von 2,7 Prozent zu verzeichnen.

Auch im Mai 2020 zeigte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 16 Prozent bei allen Arten von Arztbesuchen. Insgesamt suchten Patienten im Jahr 2020 um 3,8 Prozent weniger medizinische Fachkräfte auf als 2019. Wie die Daten aus dem Jahr 2021 zeigen, erholten sich die Zahlen in diesem Zeitraum allmählich. Insbesondere im November und Dezember 2021 stieg der Ansturm auf Arztpraxen um rund 12 bzw. 17 Prozent über das Vor-Corona-Niveau. Insgesamt lag die Zahl der Praxisbesuche im Jahr 2021 um 0,9 Prozent höher als im Jahr 2019.

Zahl der Arztbesuche wird 2022 deutlich steigen: Ambulante Versorgung „noch unter Volllast“

Im ersten Quartal 2022 war im Vergleich zu 2019 ein Aufwärtstrend bei Hausarztbesuchen (3,7 Prozent) und Facharztkonsultationen (5,8 Prozent) zu verzeichnen; Im Vergleich dazu wurden Kinderarztpraxen gleich stark frequentiert. Mit einem Plus von 1,9 Prozent (Hausärzte), 0,4 Prozent (Fachärzte) und 4 Prozent (Kinderärzte) zeigt das zweite Quartal 2022 eine Verstärkung des allgemeinen Aufwärtstrends. Aufgrund der aktuellen Überlastungssituation medizinischer Einrichtungen zur Betreuung von Kindern könnten die entsprechenden Zahlen weiter steigen.

Nach deutlichen Schwankungen im Zuge der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Arztbesuche 2022 bundesweit wieder an. © Jonas Glaubitz ? stock.adobe.com

Auch bei den Laborärzten gab es im ersten Quartal 2022 im Vergleich zu 2019 einen Anstieg um 40 Prozent, der allerdings auf Corona-Studien zurückgeführt wird. Auch Termine bei Psychotherapeuten waren 2022 besonders gefragt. Im ersten Halbjahr stiegen die Zahlen hier um rund 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorpandemiejahr 2019. Mit einem Plus von bis zu 48,5 Prozent im zweiten Quartal 2022 , ist ein Trend zu Gruppentherapien besonders deutlich. Wie Dominik von Stillfried, Vorsitzender des Instituts, sagte, werde die ambulante Versorgung auch nach Abklingen der Pandemie „unter Volllast weiterlaufen“.

Arztkonsultation ohne Praxisbesuch: Patienten nutzen zunehmend Telefon- und Videosprechstunden

Im Zuge der Pandemie und der hohen Belastung der medizinischen Einrichtungen wurde das Beratungsangebot, das keinen Besuch der Praxisräume erfordert, weiter ausgebaut. Patienten scheinen diese Möglichkeiten gerne zu nutzen. Insbesondere Videokonsultationen, die 2019 noch eine Seltenheit waren, wurden im ersten Halbjahr 2022 rund 1,6 Millionen Mal durchgeführt. Auch telefonische Sprechstunden nahmen 2022 deutlich zu: Von Januar bis Juni waren es 4,3 Millionen Arztkonsultationen per Telefon abgerechnet – 1,9 Millionen mehr als im gleichen Zeitfenster 2019.

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