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Maja Göpel: Dann hör nicht auf (nd-aktuell.de)


Foto: dpa/Christian Charisius

Der Plan klang vielversprechend: Die Nationalökonomin Maja Göpel sollte am renommierten Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein Zentrum für sozial-ökologische Transformation aufbauen. Das wäre für das Institut effektiv gewesen, schließlich gilt Göpel als Shootingstar. Gerade hat sie einen weiteren Bestseller veröffentlicht, »Wir können auch anders«, in dem sie den notwendigen ökologischen Umbruch in der Gesellschaft skizziert. Die 46-Jährige hätte ihrer Arbeit ein neues Forum geben können, nachdem ihr Engagement bei der Denkfabrik The New Institute 2021 nach nur sechs Monaten endete.

Aber daraus wird jetzt nichts. Göpel lehnte ab. „Das war eine von mehreren Optionen, die diskutiert wurden“, erklärte sie. »Es gab Rahmenbedingungen, insbesondere strukturelle, die mir wichtig für die Zusammenarbeit waren. Als sie nicht erfüllt werden konnten, habe ich abgesagt.« Die Forscherin will nun ein eigenes Zentrum aufbauen.

Beim DIW hätte es wohl Überschneidungen mit dem Referat »Zukunftssicherung und Nachhaltigkeit« gegeben, was im Institut für Unbehagen sorgte. Wie sich herausstellte, hatten sich intern bis auf einen Abteilungsleiter alle gegen das neue Zentrum ausgesprochen. Offenbar gab es auch Vorbehalte, weil Göpel ein eloquenter Experte zu sein scheint, aber erst zwei Bücher geschrieben hat.

Der Forscher kennt solche Kritik und wies sie in der Süddeutschen Zeitung zurück: „Ich kann in verschiedenen Formaten wissenschaftlich sauber arbeiten.“ Wissenschaft und Kommunikation sollten sich jedenfalls nicht ausschließen. Das ist zentral für Göpels Arbeit, die auch Scientists for Future mitbegründet hat. Letztlich setzt sie darauf, dass sich auch das gesellschaftliche Denken ändern muss, damit eine ökologische Transformation überhaupt eine Chance hat.



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