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Liveticker zur Landung der „Orion“ – Wie die Nasa die Mondkapsel bergen will


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Von: Tanja Banner

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Die Raumsonde Orion kehrt vom Mond zurück und soll heute im Pazifik landen. Die NASA will ein neues Landemanöver testen. Der Splashdown im Ticker.

  • Die Nasa-Raumsonde „Orion“ ist um den Mond geflogen und wird nun zurück auf die Erde erwartet.
  • Am Sonntag, den 11. Dezember um 18:39 Uhr soll die Kapsel im Pazifischen Ozean vor der Küste von San Diego landen.
  • Orion ist Teil des Artemis-Programms der NASA, das darauf abzielt, bis 2025 den nächsten Menschen auf dem Mond zu landen.

+++ Update-Ticker +++

+++ 15.25 Uhr: Noch bevor die Raumkapsel „Orion“ im Pazifik landet, beginnt die eigentliche Bergungsmission. Das 95-köpfige Rettungsteam wird von einem Amphibienschiff der Marine in die Nähe des geplanten Landeplatzes gebracht. Befindet sich die Kapsel im Wasser, prüfen Sensoren zunächst, ob Kraftstoff ausgetreten ist. Dann nähern sich Navy-Taucher der „Orion“ und legen eine Art Stabilisierungshülle um die Kapsel.

Befindet sich für spätere Missionen eine Crew an Bord, wird diese als erste herausgeholt. Anschließend werden die Kapsel und alle auffindbaren Teile der „Orion“ geborgen, bevor sie im Meer versinken. „Bei der Nasa geht es immer um Daten. Und wir wollen bei der nächsten Mission eine Crew mitfliegen. Es ist also ein wichtiger Testflug für uns, um alle Daten zurückzubekommen“, sagte Melissa Jones, Lead Landing and Rescue Officer der NASA FloridaHeute. Laut Jones hat das Team dafür etwa sechs Stunden Zeit. Die Kapsel wird dann in das überflutete Brunnendeck des Schiffes gezogen und zum Marinestützpunkt in San Diego gebracht.

Rettungstest einer „Orion“-Kapsel im August 2014. An der Bergung sind unter anderem Taucher beteiligt. (Archivbild) © imago/StockTrek Images

Das Nasa-Raumschiff „Orion“ landet im Pazifik – davor muss es deutlich abbremsen

Update von Sonntag, 11. Dezember, 14:40 Uhr: Seit 25 Tagen und rund sieben Stunden ist die Raumsonde „Orion“ der Nasa im All – doch das soll sich heute ändern. Derzeit liegen rund 53.000 Kilometer zwischen dem Raumschiff und der Erde – um 18.39 Uhr soll „Orion“ im Pazifik bei San Diego absinken. Die Kapsel ist derzeit mit rund 12.100 km/h unterwegs – bis zur Landung muss sie noch deutlich abgebremst werden. Aber ein paar Stunden sind es noch.

Dieser Ticker informiert Sie über die Wasserung der Kapsel „Orion“ im Pazifik. Sie können die aktuelle Entfernung der Kapsel von der Erde und ihre Geschwindigkeit auf einer NASA-Website verfolgen.

Familien-oder Nachname:Orion MPCV (Mehrzweck-Mannschaftsfahrzeug)
Besatzung:bis zu 4 Personen
Durchmesser:etwa 5 Meter
Höhe:etwa 3,3 Meter
Erster Flug:5. Dezember 2014 (ungeschraubter Testflug)
Startprogramm:Das Space Launch System (SLS) der NASA.

Die NASA-Raumsonde Orion soll heute im Pazifischen Ozean landen

Erstmeldung von Samstag, 10.12.: San Diego – Die Raumsonde „Orion“ hat eine lange Reise hinter sich: Am 16. November wurde sie von einer SLS-Rakete der US-Raumfahrtbehörde Nasa ins All geschossen. Seitdem ist es durch den Weltraum geflogen, hat den Mond umkreist und sich seiner Oberfläche auf 80 Kilometer genähert. „Orion“ stellte einen Rekord auf: Mit 432.000 Kilometern war die Raumsonde so weit von der Erde entfernt wie kein zuvor für Menschen zugelassenes Raumschiff. Bisheriger Rekordhalter war die Mission Apollo 13, die den Mond nicht erreichte, aber 401.056 Kilometer von der Erde entfernt war.

Vor wenigen Tagen hat sich die Raumkapsel „Orion“ vom Mond verabschiedet und ist auf dem Weg zurück zur Erde. Bisher war die Mission „Artemis 1“ ein großer Erfolg für die NASA, aber ein letzter entscheidender Meilenstein steht noch bevor: „Orion“ muss erfolgreich landen. Es ist geplant, dass die Kapsel am Sonntag (11. Dezember) gegen 18.40 Uhr (MEZ) etwa 50 bis 60 Seemeilen (etwa 90 bis 110 Kilometer) vor der Küste von San Diego im Pazifik.

Die Orion-Raumkapsel der NASA kehrt vom Mond zurück

Dieser Meilenstein muss erreicht werden – schließlich soll der nächste Flug einer „Orion“-Kapsel erstmals eine menschliche Besatzung an Bord haben. Die Kapsel der Mission „Artemis 1“ hat zwei weibliche Astronautenattrappen an Bord und ist die Generalprobe für den ersten bemannten Flug zum Mond.

Die Rückkehr aus dem Weltraum zur Erde ist auf den ersten Blick relativ einfach: Die Kapsel fällt einfach auf die Erde zu, wird von Fallschirmen abgebremst und landet im Wasser, wo ein Schiff darauf wartet, die Raumkapsel abzuholen. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht – auch weil enorme Geschwindigkeiten und Temperaturen im Spiel sind: Die Raumkapsel bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 40.200 Stundenkilometern und muss abgebremst werden. Dabei dringt es in die Erdatmosphäre ein, wobei sein Hitzeschild einer Temperatur von bis zu 2760 Grad Celsius standhalten muss.

Die NASA-Raumkapsel „Orion“ muss ein „Schlüsselloch am Himmel“ treffen.

Wenn ein Raumschiff vom Mond zur Erde zurückkehrt, muss es außerdem ein ganz bestimmtes „Fenster“ in der Erdatmosphäre treffen, um sicher durchzukommen – eine Art „Schlüsselloch am Himmel“, so wie es ist Zeit Namen. Dieses Schlüsselloch ist etwa 15 Meilen breit.

Wenn „Orion“ das rechte Fenster verfehlt und in einem zu steilen Winkel in die Atmosphäre eintritt, wird das Raumschiff die Hitze des Wiedereintritts nicht überleben. Ist der Winkel dagegen zu flach, wird die Kapsel wieder ins All abgelenkt. 24 Kilometer klingen nach einem großen Ziel, das man kaum verfehlen kann, aber ein Vergleich Zeit zeigt, wie klein es tatsächlich ist: Angenommen, die Erde hat die Größe eines Basketballs, der Mond die Größe eines Baseballs und ist 6,7 Meter vom Basketball entfernt – dann wäre das Zielfenster so breit wie ein Blatt Papier dick ist.

Die Nasa-Kapsel „Orion“ ist Teil der „Artemis“-Missionen zum Mond

Wenn die Raumkapsel das perfekte Fenster trifft, wird die Landung für die Menschen trotzdem unangenehm: Alle „Apollo“-Missionen haben es geschafft – dann mussten die Besatzungen 6,8 G (6,8-fache Erdanziehungskraft) über sich ertragen. Um die G-Kräfte für künftige Astronauten zu reduzieren, will die NASA ein neues Manöver bei der „Orion“-Landung testen. Das sogenannte „Skip Entry“-Manöver soll dafür sorgen, dass die Besatzung an Bord nur noch maximal 4 G aushalten muss.

„Skip entry“ ist keine neue Idee, eigentlich war sie schon zu Zeiten der „Apollo“-Missionen bekannt. Damals wäre es allerdings zu riskant gewesen. Heute können Computer das Manöver immer wieder neu berechnen – und fast 50 Jahre nach der Rückkehr der letzten Menschen vom Mond wird es nun mit „Orion“ erstmals getestet. (Tab)