Jannah Theme License is not validated, Go to the theme options page to validate the license, You need a single license for each domain name.

Liga verkauft stille Reserven: Der englische Plattenvertrag, der den europäischen Fußball erzittern lässt

Liga verkauft stille Reserven
Der englische Plattenvertrag, der den europäischen Fußball erzittern lässt

Die englische Premier League distanziert sich mit ihrem neuen Rekord-Medienvertrag weiter vom Rest der Welt und erhöht den Druck auf die Bundesliga. Andere Ligen sind bei ihren Versuchen, mit England mithalten zu können, bereits kläglich gescheitert. Den Engländern gelingt der Deal nur mit einem Trick.

Beim Lesen der Rekordzahlen von der Insel mussten sich die Bundesliga-Bosse die Augen reiben. Dass die englischen Kollegen in der Premier League künftig fast zwei Milliarden Euro pro Saison aus dem hierzulande bereits seit Monaten befürchteten Verkauf nationaler Medienrechte einnehmen, schürt Ängste vor dem endgültigen Ende der Wettbewerbsfähigkeit.

Doch nicht nur der deutsche Profifußball bleibt auf der Strecke, bevor seine nationalen Rechte im zweiten Quartal nächsten Jahres verkauft werden. Dass es dazu kam, hat auch mit den stillen Reserven der Premier League zu tun. Die gute Nachricht: Es werden weniger. Die schlechte Nachricht: Es gibt sie noch. Vorerst hat die englische Liga jedoch eine „Wild Card“ gezogen.

In der Premier League wurden Spiele angeboten, die bisher nicht live übertragen wurden. In England werden ab der Saison 25/26 erstmals die Sonntagnachmittagsspiele um 15 Uhr live übertragen und parallel dazu auch der letzte Spieltag in voller Länge. Lediglich der „Blackout“ am Samstag blieb unangetastet. Traditionell ist in England der Nachmittagsslot dem Amateursport und den Stadionzuschauern vorbehalten. Es bleibt immer noch unberührt.

Andere Ligen machen Verluste

Mit ihrem neuen Vertrag haben die Engländer entweder ihre Dominanz gegenüber dem Rest der Welt gefestigt – und das auch ihren Rivalen auf dem Kontinent deutlich gemacht. „Das Ergebnis unterstreicht die Stärke der Premier League“, sagte Ligachef Richard Masters: „Es ist ein Beweis dafür, dass wir weiterhin den besten Fußball der Welt spielen.“

Der Rest Europas kann dem kaum widersprechen. Ab 2025 sollen pro Saison 1,95 Milliarden Euro in die Kassen englischer Vereine fließen. Der Vertrag mit den Pay-TV-Sendern Sky Sports und TNT Sports sowie der öffentlich-rechtlichen BBC hat eine Laufzeit von vier Jahren. Noch nie wurde so viel für Fußballrechte bezahlt; Bisher hat die Premier League 1,83 Milliarden pro Saison eingesammelt.

Zum Vergleich: Die Serie A hat bei der Vertragsunterzeichnung Ende Oktober einen Verlust eingefahren. Ab dem nächsten Jahr erhalten die Italiener bis zur Saison 2028/29 900 Millionen pro Saison von DAZN und Sky. Bisher waren es 27,5 Millionen Euro mehr pro Saison.

Für die Franzosen scheint es noch schlimmer zu kommen. Der Ligaverband LFP wollte zwischen 2024 und 2029 eine Milliarde Euro pro Saison – statt bisher 624 Millionen. Damit scheiterte die Ligue 1 spektakulär. Als die erste Phase der Ausschreibung endete, erfüllte keiner der Interessenten die finanziellen Bedingungen. Nun müssen Sie individuell mit den potenziellen Kandidaten verhandeln. Die Spanier können etwas entspannter agieren. Sie haben ihre Rechte bis 2027 abgetreten und kassieren 1,2 Milliarden Euro pro Saison.

Die DFL träumt davon, mit Superlativen an die Spitze zu gelangen

Die englische Qualifikation ist bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit deutlich größerem Interesse angemeldet. Im nächsten Jahr muss der Ligaverband für die Spielzeiten 2025/2026 bis 2028/2029 das nehmen, was der turbulente Markt bietet. Derzeit erhalten die Vereine der Bundesliga und der 2. Liga pro Saison rund 1,1 Milliarden Euro – was im Vergleich zum Vorzyklus bereits einem Minus von 100 Millionen entspricht.

Aufgrund der kolportierten wirtschaftlichen Probleme möglicher Interessenten wird seit Längerem über einen weiteren Umsatzrückgang spekuliert. Um das zu verhindern, machen die neuen DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel seit Monaten Werbung in eigener Sache. Nach dem jüngsten Aufeinandertreffen der Vereine reiht sich ein Superlativ an den nächsten. „Die Bundesliga ist eine Topliga“, sagte Merkel – und kündigte mit Blick auf die Ausschreibung im Frühjahr an: „Wir werden ein innovatives Top-Medienprodukt auf Weltniveau anbieten.“

Doch beim Blick über den Globus wird die Vorreiterrolle der Premier League noch deutlicher, da die Engländer bei der Auslandsvermarktung allen anderen Ligen weit voraus sind. Wenn man die nationalen und internationalen Einnahmen zusammenzählt, liegt die Premier League mit 3,3 Milliarden Euro pro Saison an der Spitze aller anderen. Spanien (1,49 Milliarden), Deutschland (1,37), Italien (1,30) und Frankreich (790 Millionen) haben nur Neid – und Angst.