Jannah Theme License is not validated, Go to the theme options page to validate the license, You need a single license for each domain name.
Deutschland Nachrichten

Länderchefs sehen die Ergebnisse des Ostbaus in Gefahr


Die ostdeutschen Ministerpräsidenten sehen die Gefahr, dass die Energiekrise die Aufbauerfolge der DDR seit der Wiedervereinigung vor 32 Jahren gefährdet. Vor dem Tag der Deutschen Einheit, der heute mit einem Festakt in Erfurt begangen wird, appellierten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) an den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Sie verwiesen aber auch auf die Sorge vieler Ostdeutscher, das zu verlieren, was sie sich so hart erarbeitet hatten.

Viele Ostdeutsche hätten noch sehr deutliche Erinnerungen an die großen Strukturbrüche mit Massenarbeitslosigkeit in den 1990er Jahren, sagte Woidke der „Rheinischen Post“. „Deshalb ist auch klar, dass die aktuelle Situation mit großer Sorge betrachtet wird und viele befürchten, dass alles, was sie sich über drei Jahrzehnte mühsam aufgebaut haben, wegbricht.“ Haseloff sagte der Zeitung, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gefährde auch den Erfolg des Wiederaufbaus im Osten.

Haseloff: „Solidarität und Gemeinschaftssinn sind wichtiger denn je“

Gerade in schwierigen Zeiten sollten sich die Deutschen aber nicht gegeneinander ausspielen lassen. „Heute sind Solidarität und Gemeinschaftssinn wichtiger denn je“, sagte Haseloff. Für Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt steht „die Generation der friedlichen Revolution kurz davor, ihren hart erarbeiteten Wohlstand durch Preiserhöhungen zu verlieren“.

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) appellierte an die Gemeinsamkeiten der Deutschen, trotz bestehender Probleme etwa wegen Lohnunterschieden zwischen Ost und West. Es gibt immer noch einen Prozess des Zusammenwachsens mit Pausen, aber auch vielen positiven Impulsen. Für ihn ist das Glas nicht halb leer, „für mich ist das Glas halb voll“, sagte Ramelow in Erfurt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), man müsse auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine unterschiedliche Perspektiven in Ost und West akzeptieren. „Dieser Krieg wird ein Einschnitt sein, der als gemeinsame bittere Erfahrung in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingehen wird.“ Kretschmer sagte, es sei an der Zeit, nicht mehr nur in den Rückspiegel zu schauen und gemeinsam die neue Ära zu gestalten.

Scholz und Steinmeier bei der Verleihung

Zur zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit werden mehrere Hundert Gäste in der Thüringer Landeshauptstadt erwartet, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Beim Festakt in der Oper Erfurt (12 Uhr) spricht Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD). Traditionell richtet das Bundesland, das den Bundesratspräsidenten stellt, die zentrale Einheitsfeier aus. Ramelow ist bis Ende Oktober Präsident der Länderkammer.

Vor dem Festakt, der an die friedliche Revolution von 1989 und die deutsche Wiedervereinigung vor 32 Jahren erinnert, kommen Vertreter von Bund und Ländern zu einem ökumenischen Gottesdienst im Erfurter Dom zusammen. Ein Volksfest, bei dem sich die 16 Bundesländer präsentieren, lädt die Besucher in die historische Altstadt ein. Am Nachmittag lädt Steinmeier Vertreter der verschiedenen Bundesländer zu einem Bürgerempfang ein. Zehntausende Besucher sind zu den Feierlichkeiten nach Erfurt gekommen, die am Samstag begonnen haben.



Schaltfläche "Zurück zum Anfang"