Deutschland Nachrichten

Kubicki nennt Erdogan „Kanalratte“: Türkische Regierung ruft Botschafter an


Stand: 27.09.2022 17:40 Uhr

Auf einer Wahlkampfveranstaltung bezeichnete FDP-Vize Wolfgang Kubicki den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „kleine Kanalratte“. Empört rief die türkische Regierung den deutschen Botschafter vor.

Die türkische Regierung hat empört auf die Äußerungen des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reagiert und den deutschen Botschafter vorgeladen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hildesheim hat Kubicki Erdogan Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit seiner Flüchtlingspolitik als „kleine Kanalratte“ bezeichnet.

Der Sprecher des türkischen Außenministeriums sagte, die „inakzeptablen Äußerungen“ seien für sein Amt als Vizepräsident des Deutschen Bundestages unangemessen und entbehrten jeder politischen Moral und Verantwortung. Der „starke“ Protest der türkischen Regierung wurde auch dem deutschen Botschafter übermittelt.

„Protagonist in Kindergeschichten“

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa sagte Kubicki, er habe Erdogan während eines Wahlkampfes in Niedersachsen „in einer Randnotiz ‚kleine Kanalratte‘ genannt. ‚Kalle Kanalratte‘, ‚Ratatouille‘)“.

Kubicki sagte, er habe die Erklärung als Teil einer Erklärung zur Flüchtlingspolitik des türkischen Präsidenten abgegeben, der mit der Europäischen Union eine Vereinbarung getroffen habe, um die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren, was für die Türkei von Vorteil sei. „Trotzdem müssen wir sehen, dass die Flüchtlingswelle über die Balkanroute wieder zunimmt, was die deutsche Außen- und Innenpolitik vor neue Herausforderungen stellt“, sagte Kubicki.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"