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Kriegswirtschaft nicht nötig: Putin will die Rüstungsindustrie auf Vordermann bringen

Kriegswirtschaft nicht notwendig
Putin will die Rüstungsindustrie auf Vordermann bringen

Mit einem großen Arsenal alter sowjetischer Waffen greift Russland im Februar die Ukraine an. Doch nach neun Monaten Krieg sind viele der russischen Raketen abgeschossen, Panzer zerstört und Munition aufgebraucht. Präsident Putin setzt nun auf eine bessere Koordination seiner Waffen und Rüstungshersteller.

Russland braucht laut Präsident Wladimir Putin keine Kriegswirtschaft, um seine Streitkräfte im Ukraine-Krieg zu versorgen. Die Rüstungsindustrie solle die Truppen schneller und mit besseren Produkten versorgen, forderte der Kremlchef in Moskau. Dafür sind jedoch keine außergewöhnlichen Maßnahmen erforderlich. „Man muss die Arbeit nur präzise, ​​qualitativ hochwertig und gut koordiniert organisieren“, wurde er von der Agentur Tass zitiert. Davon würden die Rüstungsindustrie und die damit verbundenen zivilen Bereiche profitieren, sagte Putin bei einer Sitzung des vor gut einem Monat eingesetzten Koordinierungsrates für die Ausrüstung der Streitkräfte.

Putin erwähnte die Uniformen und Ausrüstung der Soldaten, die Bewaffnung, aber auch die medizinische Versorgung, die Lohnzahlungen und den Militärbau. Alles sei notwendig, „um unsere Streitkräfte mit dem zu versorgen, was sie für den militärischen Sondereinsatz benötigen“. So nennt Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine, der vor genau neun Monaten begann.

Russland begann den Krieg mit einem großen Arsenal alter sowjetischer und eigener Waffen. Aber es verlor auch viele Panzer, Fahrzeuge und Flugzeuge und verbrauchte nach ukrainischen Berechnungen einen großen Teil seiner Raketenbestände. Die Nachschubproduktion gestaltet sich bei vielen Waffenarten schwierig, weil elektronische Bauteile wie Computerchips fehlen.

Anders als die Ukraine, die sich auf Waffen aus dem Westen verlassen kann, ist Putin auf die eigenen Waffenbestände angewiesen. Russland hat daher zunehmend Probleme, seinen Angriffskrieg mit denselben Mitteln zu führen wie zu Beginn der Invasion. Wie viel Ausrüstung und Waffen Russland noch in seinen Arsenalen hat, ist nicht bekannt. Experten zufolge ist jedoch auf dem Schlachtfeld zu beobachten, dass den russischen Truppen Mikrochips und Halbleiter für moderne Lenkflugkörper fehlen.

Die Ukraine geht davon aus, dass Russland bereits mehr als 87 Prozent seiner Iskander-Raketen abgefeuert hat und nun auf umgebaute S-300-Raketen zurückgreifen muss. Auch bei der russischen Artillerie-Munition sehen die USA „erhebliche Engpässe“.