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Krieg in der Ukraine – Fifa-Präsident Gianni Infantino hofft auf einen Waffenstillstand während der WM


Fifa-Präsident Gianni Infantino appelliert an Spitzenpolitiker, die WM als Moment des Friedens zu betrachten. (dpa/)

Konzentrieren wir uns auf den Fußball – das war die Botschaft von Gianni Infantino vor knapp zwei Wochen. In einem Brief an alle WM-Teilnehmer schrieb der Fifa-Präsident, dass der Fußball nicht in jeden politischen Kampf hineingezogen werden dürfe.

In seiner Rede auf dem G20-Gipfel in Bali hat Infantino selbst diesen Rat nicht befolgt. Im Gegenteil: Er appelliert an die Spitzenpolitiker, die WM für eine positive, politische Geste zu nutzen:

„Meine Bitte an Sie alle ist, einen Waffenstillstand in Betracht zu ziehen – für einen Monat, für die Dauer der Weltmeisterschaft. Oder zumindest die Schaffung humanitärer Korridore – alles, was zu einem Dialog als erster Schritt zum Frieden führen kann.“

Einen Waffenstillstand wird es während der WM kaum geben, nur weil der Fifa-Präsident das möchte. Trotzdem ist diese Rede bemerkenswert – denn die FIFA wehrt sich eigentlich gegen jede Art von Politisierung. So hat der Weltfußballverband den Dänen verboten, bei der WM ein T-Shirt mit der Aufschrift „Menschenrechte für alle“ zu tragen.

Trotzdem nutzt Infantino die Bühne, um sich als Friedensstifter zu präsentieren – einen Tag vor Ablauf der Nominierungsfrist für die nächste Fifa-Präsidentschaftswahl. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Gegner für Infantino gibt, ist gering – fast alle Verbände außerhalb Europas haben ihm Unterstützung für eine Wiederwahl zugesagt.

Bach argumentiert gegen den Ausschluss von Russland und Weißrussland

Vor Infantino hatte bereits IOC-Präsident Thomas Bach über die G20-Runde gesprochen. Im Fall Bach stand eine Frage im Vordergrund: Sollen russische und weißrussische Sportler weiter ausgeschlossen werden? So lautet die offizielle IOC-Empfehlung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Aber Bach scheint diesen Ausschluss lieber rückgängig zu machen. Er sagt: Der Ausschluss war nur nötig, weil einige Regierungen die Autonomie des Sports angegriffen haben – indem sie ihre Sanktionen auf den russischen Sport ausgeweitet haben.

„Regierungen sind rein politisch. Sie wollen entscheiden, wer sich für die Olympischen Spiele 2024 in Paris qualifiziert. Wenn das den Sport nur zu einem weiteren Instrument macht, um politische Ziele zu erreichen, wird der internationale Sport auseinanderfallen.“

Auch Deutschland gehört zu diesen Ländern: Das Bundesinnenministerium hat angekündigt, Verbänden keine Reisekosten zu erstatten, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen, an denen Sportler aus Russland teilnehmen.

Doch international wird seit Wochen darüber diskutiert, ob Sportler aus Russland und Weißrussland zurückgelassen werden sollen – und Bach selbst hat diese Diskussionen mit seinen Äußerungen angeheizt.

In einem Interview mit einer italienischen Zeitung überlegte er beispielsweise, dass Sportler, die den Krieg nicht unterstützen, wieder an Wettkämpfen teilnehmen könnten.

„Wir brauchen die Teilnahme aller Athleten, die die Regeln akzeptieren“, sagte Bach auf Bali. „Auch und gerade dann, wenn sich ihre Länder im Krieg befinden. Ein Wettkampf nur zwischen Sportlern gleichgesinnter Nationen ist kein glaubwürdiges Friedenszeichen.“

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