Politische Nachrichten

Kommentar zum Ende des Verbrennungsmotors – Das Ende des Autoauspuffs ist so gut wie besiegelt


Ab 2035 sollen in der EU nur noch Neuwagen verkauft werden, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. (Picture Alliance / dpa / Oliver Berg)

Telefonbücher, Schreibmaschinen, Overhead-Projektoren oder Videokassetten – sie alle waren eine Zeit lang sehr nützlich. Aber jetzt sind sie veraltet. Es gibt neue Technologien. Künftig wird sich auch der Verbrennungsmotor dieser Liste anschließen. Brüssel hat die Pflöcke für das Ende von Autos mit Benzin- und Dieselmotoren eingeschlagen. Für die Zukunft dreht sich alles um Autos ohne Abgase.

Die Automobilindustrie plant seit langem das Ende des Verbrennungsmotors

Wer der EU mangelnde Technologieoffenheit oder gar Verbotspolitik vorwirft und die deutsche Autoindustrie als Opfer darstellt, übersieht, dass die Branche selbst längst Fortschritte gemacht hat: Mit Ausnahme von BMW sind es alle deutschen Autohersteller Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor geplant: Die Hersteller haben den Umstieg auf den bereits angekündigten Elektroantrieb vollzogen. Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern will ab 2033 nur noch Elektroautos produzieren. Es ist also keineswegs unwahrscheinlich, dass der letzte Diesel- oder Benziner vor 2035 in der EU vom Band läuft.

Angesichts dessen ist unklar, für wen die FDP mit ihrem Bekenntnis zum Verbrennungsmotor eigentlich Politik macht. Natürlich ist ihr Ende nicht vom Tisch, nur weil dem Gesetzestext ein rechtlich unverbindlicher Nachtrag vorangestellt wurde. Die Aufforderung an die Kommission, den Einsatz von E-Fuels (also synthetischen Kraftstoffen) zu prüfen, ist ebenso wenig zu erwarten wie die Tatsache, dass die Brüsseler Behörden die nun beschlossene Regelung 2026 noch einmal überprüfen sollen. Für die ist es eher ein Trost die noch an der Verbrennungsmotortechnik festhalten – die jetzt, nach mehr als einem Jahrhundert, bald überholt sein wird.

Die Verbrennungsmotorentechnik wird bald obsolet sein

Allein die Fakten sprechen dagegen, Autos mit Verbrennungsmotor eine Hintertür offen zu lassen – denn das Tanken mit E-Fuels lohnt sich technisch und finanziell einfach nicht: Erstens sind sie zu teuer und zweitens verbrauchen sie – im Vergleich zu Elektroautos – Vielfach mehr Ökostrom. Ihr Handwerk frisst einfach zu viel davon. Das ist verschwenderisch!

Nicht zuletzt, weil die synthetischen Kraftstoffe an anderer Stelle viel dringender benötigt werden: Schiffe oder Flugzeuge lassen sich nicht so einfach elektrifizieren und sind daher darauf angewiesen. Bei der Dekarbonisierung von Autos hingegen werden E-Fuels keine große Rolle spielen. Das dürfte vor allem die FDP sehen, die sich gerne als fortschrittliche Partei feiert. Damit es nicht auch zu einem Relikt aus der Vergangenheit wird.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"