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Politische Nachrichten

Kommentar zu Rishi Sunak – Das Beste, was die Tories derzeit zu bieten haben


Rishi Sunak wird Großbritanniens nächster Premierminister (Picture Alliance/AA/Wiktor Szymanowicz)

So viel Grund zum Feiern hatten die Tories schon lange nicht mehr, im Unterhaus haben sie heute fast gejubelt. Und ein tiefes Aufatmen dürfte durch viele britische Haushalte gegangen sein. Weißer Rauch über Westminster, ein neuer Premierminister, keine lange Pattsituation, Downing Street ist wieder an der Arbeit.

Schlimmste Krise seit Jahrzehnten

Es eilt. Das Land befindet sich in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Und von allen, die es werden wollten, ist Rishi Sunak der Kandidat, der die Regierung am ehesten seriös und professionell führen wird. Kein schlechter Tag für das Königreich.

Doch der neue Ministerpräsident steht vor schwierigen Aufgaben. Galoppierende Inflation, Strom und Gas fast unbezahlbar, auch Lebensmittel werden immer teurer. Sunaks Vorgängerin packte obendrein ihre Scherben: Unsicherheit an den Märkten, explodierende Schulden- und Hypothekenzinsen, das Pfund droht immer gefährlich abzurutschen.

Die Briten werden durch ein Tal der Tränen gehen

Vor all dem hat Sunak im Wahlkampf mit Liz Truss gewarnt. Dennoch wählte die konservative Parteibasis lieber den entfesselten Ideologen ins höchste Regierungsamt als den erfahrenen Pragmatiker. Es ist ein Segen, dass Tory-Mitglieder nicht wieder entscheiden dürfen, wer Großbritannien regiert. Dank gebührt den konservativen Abgeordneten, die am Ende mit erstaunlicher Geschlossenheit ihren besten Kandidaten durchgesetzt haben. Allerdings aus purer Angst vor dem Untergang.

Boris Johnson 2.0 hätte die Regierung mit ziemlicher Sicherheit innerhalb von Monaten wieder an die Wand gefahren. Niemand weiß genau, was Penny Mordaunt – Sunaks zweite Konkurrentin – politisch will. Auch ein unbeschriebenes Blatt birgt Risiken. Mit Rishi Sunak hat die konservative Regierung nun eine Chance, die Probleme des Landes anzugehen. Es wird kein Zuckerschlecken. Statt Steuern werden nun wohl Sozialleistungen gekürzt. Die Briten werden durch ein Tal der Tränen gehen. Und die Tories laufen Gefahr, darin zu ertrinken.

Eigentlich sollte es Neuwahlen geben

Sie haben es verdient nach zwölf Jahren, in denen sie den Brexit, endlose Skandale und am Ende einen Premierminister lieferten, der mit der Wirtschaft des Landes spielte. Eigentlich sollte es Neuwahlen geben. Weil die Konservativen sie aber mit einem Paukenschlag verlieren würden, werden sie das verhindern. Sunak ist das Beste, was die Tories derzeit zu bieten haben. Die beste Lösung für das Land wäre jedoch eine Regierung ohne sie. In zwei Jahren wird ein neues Parlament gewählt. Wenn Sunak kein Wunder vollbringt, wird ein Labour-PM in die Downing Street einziehen.

Christine Heuer

Christine Heuer, geboren 1967 in Bonn, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte und Anglistik. Sie war freie Korrespondentin des Deutschlandfunks in den Hauptstadtstudios Bonn und Berlin, Landeskorrespondentin in Nordrhein-Westfalen und Leiterin der Kölner Redaktion. Heuer war zuletzt Redakteur im Ressort Zeitgeschehen und moderierte jahrelang die Sendung „Informationen am Morgen“ im Deutschlandfunk. Seit 2020 berichtet sie als Korrespondentin aus Großbritannien und Irland.

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