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Klimafolgen des Ukraine-Krieges: Russland soll für Umweltzerstörung bezahlen


Klimafolgen des Ukraine-Krieges: Russland soll für Umweltzerstörung bezahlen

Stand: 04.12.2023 14:58 Uhr

Laut einer Studie verursachte der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang Klimaschäden, die einem Ausstoß von 150 Millionen Tonnen CO2 entsprechen. Die Autoren der Studie schlagen eine Haftung Russlands vor.

Von Torsten Mandalka, RBB

Die von der Zivilgesellschaft organisierte internationale „Initiative zur THG-Bilanzierung von Kriegen“ berechnet die massiven Klimaschäden, die Russlands Krieg in der Ukraine verursacht. Das schlimmste Einzelereignis ist für Wissenschaftler die Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Juni 2023. Dies könnte auch als „Ökozid“ vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt werden, der einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlassen hat.

Der Dammbruch führte zu einer verheerenden Überschwemmung und zum Totalverlust dieses Wasserreservoirs. Weitere Großereignisse sind die Angriffe auf die Nord Stream-Pipelines und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen, die ebenfalls in der Studie berücksichtigt wurden.

Insgesamt kommt die zivilgesellschaftliche Initiative in ihrer dritten Studie zu den Umweltfolgen des Krieges in der Ukraine zu dem Ergebnis, dass der Klimaschaden 150 Millionen Tonnen CO2 entspricht, was dem jährlichen CO2-Ausstoß Belgiens entspricht.

Die Studie, die unter anderem vom ukrainischen Staat sowie der Europäischen Klimastiftung und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wurde, wird am Abend auf der UN-Klimakonferenz in Dubai vorgestellt.

Der größte „Schadensposten“ sind die Emissionen des Wiederaufbaus

Die Klimaschäden entstehen durch Kriegshandlungen selbst, durch Truppentransporte und Flüchtlingsbewegungen, aber auch beispielsweise durch die Folgen von Gebäude-, Wald- und Landschaftsbränden und anderen Naturzerstörungen. Der größte „Schadensposten“ sind jedoch nach Berechnungen der Studienautoren die absehbaren Sanierungsemissionen.

Zement und Stahl werden benötigt, um zerstörte Häuser, Energie- und Industrieanlagen sowie Straßen und Eisenbahnen zu reparieren. Diese Baustoffe sind besonders energieintensiv; Nach Berechnungen der Initiative verursacht ihre Herstellung fast 55 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Allerdings sehen die Forscher auch eine Chance im Wiederaufbau: Könnte die Ukraine durch die Reduzierung energieintensiver Materialien und den Einsatz klimafreundlicher Baumaterialien die Kriegsschäden ressourcenschonend und klimafreundlich beseitigen, wären CO2-Einsparungen von bis zu 30 % möglich Prozent konnten generiert werden.

Russland solle „Klima-Reparationen“ zahlen.

In der Studie berechnete die Initiative erstmals auch die Kosten der Klimaschäden durch den Krieg in der Ukraine. Die Autoren kommen auf insgesamt 9,6 Milliarden US-Dollar. Die Berechnung basiert auf einem angenommenen durchschnittlichen CO2-Preis von 64 Dollar pro Tonne CO2-Äquivalent – ​​dem sogenannten „Shadow Carbon Price“, den auch die Weltbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung als Grundlage für ihre Berechnungen verwenden.

Die neun Autoren empfehlen Russland, diesen Schaden zu ersetzen. „Es ist noch nie vorgekommen“, sagt der niederländische Klimaforscher Lennard de Klerk, „dass die Klimaschäden eines Krieges berücksichtigt wurden. Wir glauben, dass die Russische Föderation zur Verantwortung gezogen werden muss.“

In einer umfassenden rechtlichen Analyse zeigen die Wissenschaftler, dass Klimaschäden ebenso wie andere kriegsbedingte Schäden in das Schadenskataster der Ukraine aufgenommen werden sollten. Dieses Register wird derzeit vom Europarat erstellt und soll die Grundlage für die Reparationsregelungen nach dem Krieg bilden. Allerdings gibt es derzeit keinen Präzedenzfall für die Aufnahme von Klimaschäden in ein solches Reparationsregister.

Militär und Krieg – ein „blinder Fleck“ in der Klimaforschung

Die klimaschädliche Zerstörung in der Ukraine betrifft die ganze Welt und Russland selbst. Das Land ist massiv vom Klimawandel betroffen, beispielsweise durch die riesigen Waldbrände in Sibirien oder das Auftauen des Permafrosts in den Arktisregionen.

Für das Putin-Regime scheint das alles aber keine Rolle zu spielen, stellt Lennard de Klerk fest: „Sie tun eigentlich nichts, um die Emissionen zu reduzieren.“ Beispielsweise hat Russland kaum Fortschritte bei den erneuerbaren Energien gemacht und setzt auch für seine Energie nur auf fossile Brennstoffe eigene Energieproduktion. Der russischen Regierung ist der Klimawandel offenbar egal.“

Torsten Mandalka, RBB, tagesschau, 04.12.2023 13:00 Uhr

Klimafolgen des Ukraine-Krieges: Russland soll für Umweltzerstörung bezahlen

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