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Deutschland Nachrichten

Klimafinanzierung im Visier von China und den USA | Aktuelle Welt | DW


Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze sieht Schwellenländer wie China in der Pflicht, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu finanzieren. „Fast ein Drittel der weltweiten Emissionen stammt zum Beispiel derzeit aus China“, sagte Schulze dem Nachrichtenportal „web.de News“ anlässlich der COP27, der UN-Klimakonferenz im ägyptischen Sharm el-Sheikh. Sie sieht auch „die großen Schwellenländer oder die reichen Golfstaaten in der Verantwortung, hier einen Beitrag zu leisten“.

„Schäden in Ländern, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen“

Finanzielle Hilfen zur Bewältigung der Schäden und Opfer, die bereits durch die globale Erwärmung entstanden sind, sind ein Knackpunkt bei den Verhandlungen auf der COP27. „Wir sehen, welche Klimaschäden es in den Ländern gibt, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben“, sagte Schulze im Gespräch mit „web.de News“. „Diese Länder verlassen sich auf unsere Solidarität und Unterstützung – und das zu Recht.“

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze im April bei einer Rede im Bundestag

2009 versprachen die Industrieländer den Entwicklungsländern, ihnen bis spätestens 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Erderwärmung zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich hinken die Zahlungen der Industrieländer bislang hinterher. Im Jahr 2020 wurden nur 83,3 Milliarden US-Dollar erreicht.

Diskussionen auf Ministerebene über das neue Klimafinanzierungsziel für die Zeit nach 2025 haben am Mittwoch in Sharm el-Sheikh begonnen Beitrag leisten. Schulze wird Anfang nächster Woche in die Verhandlungen in Sharm el-Sheikh eingreifen. Sie will auch für den neuen globalen Schutzschild gegen Klimarisiken werben, für den Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Rede vor dem Konferenzplenum am Montag 170 Millionen Euro zugesagt hat.

Videokonferenz von US-Präsident Joe Biden mit Chinas starkem Mann Xi Jinping

Die Forderungen nach Klimaschutz richten sich vor allem an sie: US-Präsident Biden und Chinas starken Mann Xi Jinping

US-Präsident Joe Biden reist an diesem Freitag zur Konferenz nach Sharm el-Sheikh. In einer Rede will der US-Demokrat seinen klimapolitischen Kurs erläutern. Sein Land steht unter dem Druck, den Entwicklungsländern als größter Volkswirtschaft und zweitgrößtem Treibhausgasemittenten mehr Klimahilfe zu leisten. Zudem werden die USA dafür kritisiert, dass sie bei den UN-Verhandlungen die Einrichtung eines Finanzierungsmechanismus für bestehende Klimaschäden blockieren.

Biden soll mit den am stärksten gefährdeten Ländern „Schulter an Schulter stehen“.

Auch die deutsche Klimakommissarin Jennifer Morgan forderte Biden auf, den Entwicklungsländern Unterstützung bei der Bewältigung der bereits in Sharm el-Sheikh auftretenden Klimaschäden zuzusagen. Wenn Biden bei der COP27 mit Gesandten aus den am stärksten gefährdeten Ländern konfrontiert wird, werde er „hoffentlich versichern, dass die Vereinigten Staaten ihnen beistehen werden, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen“, sagte Morgan.

Die deutsche Klimakommissarin Jennifer Morgan, hier bei einem Besuch in Niger im April

Die deutsche Klimakommissarin Jennifer Morgan, hier bei einem Besuch in Niger im April

Trotz aller Warnungen vor der Klimakrise bleiben die globalen CO2-Emissionen auf Rekordniveau. Es gebe „keine Anzeichen für einen Rückgang“, sagte eine Gruppe von Wissenschaftlern, die den Forschungsbericht „Global Carbon Budget 2022“ (GCB) verfasst haben. Die Gesamtemissionen – aus der Landnutzung und der Verbrennung fossiler Brennstoffe – werden in diesem Jahr voraussichtlich 40,6 Milliarden Tonnen betragen. Das ist nur geringfügig weniger als der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2019 (40,9 Milliarden Tonnen).

Ein Team um Pierre Friedlingstein von der University of Exeter (Großbritannien) hat den GCB-Bericht in der Fachzeitschrift „Earth System Science Data“ veröffentlicht. Der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß ist die Hauptursache der globalen Erwärmung. Auch andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas spielen eine Rolle.

sti/se (afp, dpa)



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