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Klimaaktivisten blockierten die Landebahn: Der Flugbetrieb am BER wurde eingestellt


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Erstellt: Aktualisiert:

Von: Benjamin Stroka

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Protest am BER: Klimaaktivisten der „letzten Generation“ haben am Flughafen Berlin-Brandenburg eine Landebahn blockiert. Der Flugbetrieb wurde eingestellt.

Berlin – Mehrere Aktivisten der sogenannten „letzten Generation“ blockierten am Donnerstag eine Landebahn am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). Zuvor hatten sie gegen 16 Uhr einen Zaun aufgebrochen und sich so Zugang verschafft. Die Klimaprotestierenden hatten in den sozialen Medien einen Livestream gestartet, der sie anschließend in Warnwesten und mit Transparenten auf einem Rollfeld am BER zeigte. Einige von ihnen sollen sich auf dem Asphalt festgefahren haben.

Der Flughafen Berlin-Brandenburg hat mitgeteilt, dass der Flugbetrieb wegen der Aktion vorerst eingestellt wurde. „Wegen des unbefugten Zutritts mehrerer Personen sind derzeit beide Start- und Landebahnen am BER gesperrt“, heißt es in einer aktuellen Meldung auf der Facebook-Seite des Flughafens. Zuvor hatte der Flughafen gegenüber dem Deutsche Presseagentur erklärt, dass der Flugbetrieb nicht eingestellt werden muss. Die Situation vor Ort habe sich inzwischen geändert, sagte ein Sprecher der dpa. Die Aktivisten der Gruppe „Last Generation“ haben demnach vermutlich das Flughafengelände sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite erreicht.

Die Aktivisten haben die Start- und Landebahn am BER blockiert (Symbolbild). © Soeren Stache/dpa

„Letzte Generation“: Aktivisten blockieren den Flughafen BER

Im Livestream der Aktivisten waren nach wenigen Minuten Blaulichter zu sehen und kurze Zeit später auch Polizisten zu hören. Sie forderten die Aktivisten auf, das Gelände zu verlassen. Die Demonstranten weigerten sich zunächst. Dann kamen weitere Einsatzkräfte und baten die Aktivisten, die sich in den vergangenen Minuten auf dem Rollfeld bewegt hatten, sich auf den Boden zu legen. Der Livestream endete kurz darauf.

Die Bundespolizei bestätigte, dass sich mehrere Personen auf dem Flughafengelände aufhielten. „Im Bereich des nicht öffentlich zugänglichen Teils des Flughafens sind wir auf mehrere Personen gestoßen, die sich zuvor unerlaubt Zutritt verschafft und sich teilweise selbst verklebt haben“, teilte die Bundespolizei mit. Nähere Informationen gab es nicht, die Operation dauert noch an.

Flughafen Berlin-Brandenburg

Der Flughafen Berlin-Brandenburg wurde im Oktober 2020 nach über 14 Jahren Bauzeit eröffnet. Zu den wichtigsten Fluggesellschaften am Flughafen zählen Eurowings, Easyjet und Ryanair.

„Last Generation“-Proteste am Flughafen BER

Wie die „Last Generation“ berichtet, wurde die Polizei kurz vor dem Betreten des Flughafengeländes per Notruf über die Aktion informiert. Außerdem sollen mehr Demonstranten mit Fahrrädern über den Rangierbereich fahren „und damit den Flugverkehr zum Erliegen bringen“, wie die Klimaaktivisten sagen.

In einem Twitter-Post fordert die „Last Generation“: Die Regierung muss jetzt den Bürgern die Teilhabe ermöglichen! Bezahlbarer ÖPNV für alle, statt Privatjetflüge von öffentlich geförderten Flughäfen! Wir brauchen jetzt das 9-Euro-Ticket als erste Sicherheitsmaßnahme gegen den Klimakollaps!“

Klimaprotest am Flughafen BER: „Letzte Generation“ blockierte kürzlich Straßen

In den vergangenen Wochen haben sich die Proteste der sogenannten „letzten Generation“ verschärft. In diesem Zusammenhang wurden auch Aktionen an Flughäfen angekündigt. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen und der Düsseldorfer Flughafen haben bereits angekündigt, sich auf mögliche Proteste vorzubereiten.

Zuletzt waren es vor allem stark befahrene Straßen, die von der „letzten Generation“ blockiert wurden. Die Klimaaktivisten wollen nach eigenen Angaben mit „gewaltfreiem Widerstand“ protestieren und mehr Engagement für den Klimawandel fordern. Auch in Köln fand am Donnerstag (24.11.) eine Protestaktion statt. Aktivisten hatten sich an die innere Kanalstraße geklebt, eine wichtige Verkehrsader in Köln. (bs mit dpa)

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