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Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat die Umstände der von der Bundesregierung verhinderten Übernahme des Dortmunder Chipkonzerns Elmos und eines weiteren Elektronikkonzerns durch chinesische Kaufinteressenten als gefährliches Signal für ausländische Investoren kritisiert. „Investitionen aus einem oder mehreren Ländern unter Generalverdacht zu stellen, ist nicht zielführend und kein gutes Signal an Investoren“, sagte Ifw-Präsident Holger Görg der „Augsburger Allgemeinen“.

„Es sind keine klaren Regeln erkennbar, die Investoren Transparenz darüber geben, welche Investitionsvorhaben aus welchen Gründen abgelehnt werden könnten“, kritisierte der Ökonom. „Ein solches Vorgehen erhöht die Unsicherheit für Investoren und schreckt sie ab“, betonte Görg. „Aber Deutschland braucht ausländische Direktinvestitionen. Sie bringen nicht nur Kapital in die Wirtschaft, sondern in vielen Fällen auch Technologie und Wissen.“

Klarere und transparentere Regeln erforderlich

Der Ifw-Präsident kritisierte, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Übernahme des Dortmunder Chipkonzerns und des bayerischen Unternehmens ERS Electronic durch chinesische Unternehmen untersagt habe. „Im Moment entsteht der Eindruck, dass Ad-hoc-Entscheidungen auf Basis der Außenwirtschaftsverordnung getroffen werden“, sagte Görg. „Die Regeln müssen dringend deutlich klarer und transparenter gestaltet werden“, betonte er. „Es muss klar sein, welche Investitionsvorhaben als besonders kritisch angesehen werden und vor allem welche Gründe zu einer Ablehnung führen könnten.“

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 320 chinesische Unternehmen mit einem Grundkapital von rund 6,2 Milliarden Euro, erklärte der IfW-Präsident. Das ist ein Sechstel dessen, was allein britische Unternehmen in Deutschland halten. „Im selben Jahr waren 2.940 deutsche Unternehmen mit einem Grundkapital von rund 96,3 Milliarden Euro in China ansässig“, sagte Görg. „Chinesische Investitionen sind in Deutschland daher noch sehr gering“, betonte der Weltwirtschaftsexperte.