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Deutschland Nachrichten

Katholischer Priester hält sich mit Aktivisten auf die Straße


Der Pfarrer und ein weiterer Aktivist steckten sich am Freitagnachmittag in der Münchner Innenstadt fest. Gleichzeitig wurde ein Aufruf von mehr als 100 Theologen veröffentlicht. Sie fordert die Bischöfe auf, sich für eine Wende in der Klimapolitik einzusetzen. Außerdem sollten sie sich solidarisch mit den Aktivisten zeigen, die „sich gewaltfrei für die Rettung der Schöpfung einsetzen“.

Die Aktion in München begann 100 Sekunden vor 12 Uhr und dauerte rund eineinhalb Stunden. Den Blockierern, darunter dem Jesuitenpater Joe Bösemesser, werden nun Nötigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen, wie ein Polizeisprecher am Rande der Aktion erklärte.

Jesuitenpater steckt sich in München auf die Straße

Für Alt ist es der vierte Rechtsverstoß. Er hatte sich bereits in Nürnberg auf den Altstadtring gesteckt und die Straßenbahn ohne Fahrkarte benutzt. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen den Jesuiten, nachdem er abgelaufene Lebensmittel aus Supermarkt-Müllcontainern geholt und anschließend verteilt hatte.

Mit der Aktion übergaben die Aktivisten eine Stellungnahme an das Justizministerium. In einer Rede kritisierte Alt das Vorgehen gegen Demonstranten in Bayern. Der Freistaat zeichnet sich weniger durch Klimaschutz als durch Härte aus. „Wenn die Welt brennt, hilft es nicht, den Feuermelder wegzusperren.“ Er hoffe, dass beim CSU-Parteitag in Augsburg, der am Freitag beginnt, auch Klimaschutzfragen diskutiert werden. „Es reicht einer christlichen Partei nicht, Kreuze aufzuhängen. Christsein bedeutet in meinen Augen, die Welt mit Gottes Augen zu sehen.“

Jesuitenpater Alt rechtfertigt das Handeln mit christlicher Praxis

Der Jesuit und Migrationsforscher kritisierte auch die Flüchtlingspolitik. Aufgrund des Klimawandels wird es laut Alt immer mehr Migration geben. „Jeder muss verstehen, dass dringende Probleme nicht durch Absperrungen und Zäune aufgehalten werden können.“ Die Blockade selbst begründete Alt mit dem Notwehrparagraphen.

Der von Alt mitinitiierte Aufruf besagt, dass ziviler Ungehorsam auch heute noch Teil der christlichen Praxis ist und durch die Erinnerung an die Propheten und Jesus immer wieder aufs Neue inspiriert wird. Als Beispiel sei Kirchenasyl genannt. Schon jetzt gefährdet die Klimakatastrophe die Lebensbedingungen von 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen, schreiben die Wissenschaftler unter Berufung auf den Bericht des Weltklimarats. Täglich sterben bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die Folgen sind verheerend, insbesondere für den globalen Süden.

„Diese sich schnell entwickelnde Notlage fordert uns Theologen heraus, zu handeln“, heißt es in der Erklärung weiter. Es kann keine Theologie betrieben werden, die diese Not der Erde nicht als ihre zentrale Herausforderung versteht. Man habe, so die Theologen, die Pflicht, alles zu tun, um die Erkenntnisse der Klimawissenschaft der Öffentlichkeit bekannt zu machen und in das eigene Handeln und Forschen zu integrieren.



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