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Karola Wille als Zeugin im Foht-Prozess vorgeladen


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Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), diskutiert in einem Panel auf einer Konferenz in Leipzig. © Hendrik Schmidt/dpa

Kurz vor Schluss nimmt der Betrugsprozess gegen Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht noch einmal Fahrt auf. Als Zeuge trat dabei ein Manager zahlreicher Schlagerstars auf.

Leipzig – Im Betrugsprozess gegen den Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht soll nun die jetzige MDR-Intendantin Karola Wille als Zeugin vernommen werden. Es sei geplant, Wille bei der nächsten Verhandlung am 9. Dezember als Zeugen zu vernehmen, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Leipzig am Freitag. Zum Zeitpunkt des Skandals war Wille Justizdirektor beim MDR.

Die Vorkommnisse um Foht kamen 2011 ans Licht. Der MDR hatte ihn damals gekündigt; ein arbeitsgerichtliches Verfahren endete mit einem Vergleich. Am Freitag teilte der MDR auf Anfrage mit, dass Karola Wille als damalige juristische Leiterin des MDR mit der Aufklärung des Falls begonnen habe. Der Sender selbst klärte die Vorgänge umfassend und schnell auf und kooperierte von Anfang an mit der Staatsanwaltschaft. Zudem ist der MDR eines von mehreren Opfern im Fall Foht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 71-Jährigen Betrug, Untreue, Korruption und Steuerhinterziehung vor. Der Ex-TV-Manager hat dabei bereits eingeräumt, dass er in seinen letzten Jahren als Unterhaltungschef der öffentlich-rechtlichen ARD immer wieder verschiedene Musikmanager und TV-Produzenten um Kredite gebeten hatte. Er brauchte das Geld, um Programme auf MDR umstellen zu können. Er wusste, dass er die meist fünfstelligen Summen nicht rechtzeitig zurückzahlen kann. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für Foht die Unschuldsvermutung.

Am Freitag sagte ein Manager zahlreicher Schlagerstars wie Helene Fischer als Zeuge in dem Prozess aus. Foht habe ihn im Mai 2010 um ein Darlehen in fünfstelliger Höhe gebeten, sagte der 61-Jährige dem Landgericht Leipzig. Damals ging es um die Finanzierung einer Show. Er habe die Anfrage nicht weiter hinterfragt, weil Foht damals einer der wichtigsten Player der Unterhaltungsbranche gewesen sei, betonte der Künstlermanager. Trotz Mahnung bekam er das Geld nie zurück.

Die Strafkammer hatte in dem Verfahren eine Einigung vorgeschlagen. Legt Foht ein glaubwürdiges Geständnis ab, drohen ihm maximal ein Jahr und neun Monate Haft zur Bewährung. Der Prozess wird am 9. Dezember fortgesetzt. Das Gericht hat die Plädoyers für den 9. Januar nächsten Jahres angesetzt. dpa

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