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Kalte Sitze, höhere Preise: Eine Vorschau auf die Skisaison

Kalte Sitze, höhere Preise
Eine Vorschau auf die Skisaison

Gestiegene Energiekosten und Inflation machen auch vor Skigebieten nicht halt. Sie reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen, die sich nicht nur im Portemonnaie der Wintertouristen bemerkbar machen.

Pisten beschneien, Lifte betreiben: Der Betrieb eines Skigebiets kostet viel Energie – und die Preise dafür sind enorm gestiegen. Dazu kommt die starke Inflation. Das hat Folgen: Fasst man die Ankündigungen der Seilbahnbetreiber der vergangenen Wochen zusammen, werden Skifahrer dies in der kommenden Wintersaison vielerorts und teilweise auch an den Liften im Portemonnaie spüren.

Da ist der Geldbeutel: Viele Gegenden haben kräftige Preiserhöhungen angekündigt. Oft sind es rund zehn Prozent, manchmal mehr. Dadurch kosten klassische Sechs-Tages-Skipässe teilweise rund 30 Euro mehr als in der Vorsaison, auch bei Tageskarten machen sich die Preissteigerungen bemerkbar.

Zwei Beispiele: Im bayerischen Sudelfeld kostet es für Erwachsene 48 Euro statt bisher 42 Euro – das sind gut 14 Prozent Plus im Vergleich zur Saison 2021/2022. Im großen österreichischen Skigebiet St. Anton am Arlberg sind es 67 statt 61 Euro.

Nicht nur wegen der Tickets könnte der Skiurlaub teurer werden: Auch in Hotels, in Supermärkten (für Selbstversorger) und an der Zapfsäule sind die Preise im Vergleich zur Vorsaison gestiegen.

Vorteil für Frühbucher?

Einige Skigebiete bieten Frühbuchern Sparpotenzial: So verspricht das Tiroler Skigebiet Sölden bis zu 22 Prozent Rabatt auf im Voraus gekaufte Online-Tickets. Die Preise im Internet seien nicht fix, sondern „kaufdatums- und nachfrageabhängig“. Dynamische Preise, so nennen es die Betreiber gerne. Auch das Vorarlberger Skigebiet Silvretta Montafon führt so etwas ein und kündigt an, dass Frühbucher profitieren sollen.

Im großen Verbund Ski amadé im Salzburger Land und der Steiermark gibt es ab dieser Wintersaison außerdem einen Frühbucherrabatt. Der 6-Tagespass soll bis zu 50 Euro günstiger sein. Unklar ist allerdings, bis zu welchem ​​Zeitpunkt der Rabatt verfügbar sein wird – auch weil es nur bestimmte Kontingente für die günstigeren Online-Tickets gibt.

Generell mangelt es den dynamischen Preismodellen an Transparenz. Eines ist sicher: Wenn Sie Ihr Hotel oder Ihre Ferienwohnung in der Region bereits gebucht haben, machen Sie nicht viel falsch, wenn Sie Ihre Pistenpässe frühzeitig buchen. Sicherheitshalber sollten Sie vorher die Stornobedingungen prüfen, damit Sie die Kosten für die Tickets nicht tragen müssen, wenn Ihr Urlaub nicht zustande kommt.

Wenn der Aufzug langsamer fährt

Um Energie zu sparen, planen verschiedene Betreiber zudem kleine Abstriche bei Komfort und Leistungsumfang. Zum Beispiel, indem Sie die Sitzheizung abschalten oder die Aufzüge etwas langsamer fahren lassen. Oder verzichten Sie auf den Nachtskilauf. Hier sind auch einige Beispiele:

Rund zehn Prozent ihrer Energie will die bayerische Zugspitzbahn nach Angaben der bayerischen Zugspitzbahn unter anderem dadurch einsparen, dass sie die Sitze der Sessellifte nicht beheizen, Bergbahnen außerhalb der Stoßzeiten langsamer fahren lassen und im Gebiet Garmisch-Classic weniger Kunstschnee einsetzen .

– Auf dem Feldberg im Schwarzwald sollen die 14 Lifte nicht mehr gleichzeitig fahren, sondern abhängig von der Besucherzahl. Laut Verband kann auch mit der Hälfte der Anlagen die gesamte Pistenfläche ohne Qualitätsverlust belegt werden.

– Laut einem ORF-Bericht will die Salzburger Seilbahnbranche, zu der auch Gebiete wie Saalbach-Hinterglemm gehören, die Sitzheizung bei Sesselbahnen und Gondeln zunächst abschalten. Der Nachtskilauf soll entfallen und die Anlagen notfalls langsamer laufen.

Seilbahnsprecher Erich Egger sieht keine Komforteinbußen: „Wir reduzieren die Geschwindigkeit um 20 Prozent. Dann sitzt der Gast etwas länger im Lift“, sagte er dem ORF. Das ist eine halbe Minute oder eine Minute, nicht länger. Die Aufenthaltsqualität wird nicht beeinträchtigt, aber es ist ein guter Stromspareffekt.

Auch der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) versucht, Bedenken auszuräumen. Die Gäste können sich darauf verlassen, dass sie auch in diesem Winter „Top-Bedingungen in den deutschen Skigebieten“ vorfinden werden, so VDS-Vorstandsmitglied Henrik Volpert. Die Bereiche werden daher alles tun, um Energie zu sparen, ohne das Gasterlebnis „spürbar zu verderben“.

Forscher: Aktuelle Maßnahmen keine langfristige Strategie

Energie- und Ressourcenschonung ist in Zeiten des Klimawandels ein Dauerthema, weshalb Skigebiete schon lange im Fokus stehen. Doch die aktuellen Maßnahmen sollten von diesem Motiv getrennt werden, sagt Maximilian Witting, der an der LMU München zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus forscht. Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist in vielen Bereichen stark kostengetrieben. „Es ist aus der Not geboren und lässig – da steckt keine langfristige, substanzielle Strategie dahinter.“

Drastische Veränderungen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz seien in Skigebieten nicht von einem Jahr auf das andere möglich, sagt Witting. „Das ist ein mehrjähriger Prozess, an dem alle Akteure vor Ort beteiligt sind. Außerdem braucht es Zeit, bis sich das Image eines Gebiets entsprechend anpasst.“

Neben konkreten Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen kann jeder Gast laut Witting auch einen wesentlichen Beitrag zur Emissionsminderung leisten. Der Hauptteil – 70 bis 80 Prozent – ​​des CO2-Fußabdrucks einer Winterreise wird durch die An- und Abreise verursacht. Klimafreundlicher ist beispielsweise das Umsteigen auf die Bahn.

Um das Reisen mit der Bahn für Gäste attraktiver zu machen, sind auch die Skigebiete gefragt. Zum Beispiel, indem man dort mehr Skibusse fährt. Und vor allem, sagt Witting, durch die Zusammenarbeit mit den nächstgelegenen Bahnhöfen und mit den Eisenbahnunternehmen, insbesondere um beispielsweise den Gepäcktransport zu vereinfachen.

Anreize für Bahnreisen

Verschiedene Destinationen schaffen Anreize, um mehr Wintersportler von der Autobahn auf die Schiene zu bringen: Schweiz Tourismus hat beispielsweise das Programm «ride&slide» lanciert. Wenn Sie mit einem internationalen Bahnticket – zum Beispiel aus Deutschland – anreisen, erhalten Sie Ermäßigungen auf den Skipass, für die Skischule oder für den Skiverleih in verschiedenen Gebieten. Dazu gehören Engelberg und Verbier.

Ein weiteres Beispiel kommt aus Süddeutschland: Auch die Bayerische Regiobahn (BRB) verkauft in dieser Saison Kombitickets. Darin enthalten ist die Bahnfahrt von einem Bahnhof im BRB-Verbundgebiet (zu dem auch München gehört), die Busfahrt vom Zielbahnhof zum Skigebiet und der Skipass. Die Skigebiete Brauneck, Sudelfeld und Spitzingsee – Tegernsee sind inklusive.