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Israel und Libanon unterzeichnen Seegrenzabkommen | Aktueller Naher Osten | DW


„Es ist ein politischer Erfolg“, freute sich der israelische Ministerpräsident Jair Lapid. „Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein feindlicher Staat den Staat Israel anerkennt.“ Anlass: Israel und sein nördlicher Nachbar Libanon haben einen Vertrag über ihre Seegrenze im Mittelmeer unterzeichnet.

Beide Seiten hatten der Vereinbarung nur wenige Stunden zuvor zugestimmt. „Ich kündige die Genehmigung der vom amerikanischen Vermittler vorbereiteten endgültigen Fassung an“, sagte der libanesische Präsident Michel Aoun in einer Fernsehansprache. Es würde die Rechte des Libanon uneingeschränkt respektieren. Die beiden Länder befinden sich offiziell noch im Krieg und unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Israels Ministerpräsident Lapid (bei einem Flug über das Karish-Feld im Juli): „Ein politischer Erfolg“

Das historische Abkommen ist nicht nur ein politischer Meilenstein, sondern verspricht auch wirtschaftlichen Erfolg für beide Seiten. Denn tief unter dem Meeresboden vor der gemeinsamen Küste liegt ein besonderer Schatz: Dort gibt es reiche Gasvorkommen.

Keine Normalisierung der Beziehungen

Vor zwei Wochen einigten sich beide Länder jedoch unter Vermittlung der USA auf das Abkommen, das die Offshore-Gasförderung im östlichen Mittelmeer ermöglichen soll. Gleichzeitig betonten beide Länder, dass die Gespräche ihre Beziehungen nicht normalisieren würden.

In den Verhandlungen sicherte sich Israel die volle Kontrolle über das Karish-Gasfeld. Dem Libanon werden die Rechte zur Exploration und Ausbeutung des weiter nordöstlich gelegenen Cana-Feldes zugesprochen, von dem ein Teil jedoch südlich der neuen Demarkationslinie liegt, dh innerhalb israelischen Hoheitsgebiets. Laut Ministerpräsident Lapid soll Israel demnach etwa 17 Prozent der Einnahmen aus der Förderung von Kana-Erdgas erhalten.

Satellitenbild des Seegebietes über dem Gasfeld Karisch (05.06.2022)

Satellitenbild des Seegebietes über dem Gasfeld Karisch: Besonderer Schatz unter dem Meeresboden

Aufgrund ihrer anhaltend schwierigen Beziehung unterzeichneten Israel und der Libanon die Abkommen getrennt. Anschließend werden sie von den Verhandlungsteams auf einem Stützpunkt der Vereinten Nationen (UN) in Nakura im Südlibanon an den US-Vermittler Amos Hochstein übergeben.

Die Förderung läuft bereits

Karisch war ein großer Zankapfel in den Verhandlungen. Die Regierung in Beirut soll einen Teil des Gasfeldes beansprucht haben, und die einflussreiche Hisbollah-Miliz hatte mit Anschlägen gedroht, falls Israel dort anfangen würde, Gas zu fördern.

Als am Mittwoch die Förderung im Gasfeld Karisch begann, war die Vereinbarung noch nicht von beiden Seiten abgesegnet. „Gas wird aus dem Bohrloch Karisch Main-02 gefördert und der Gasfluss nimmt stetig zu“, sagte das in London ansässige Energieunternehmen Energean am Mittwoch. Die Produktion an zwei weiteren Bohrlöchern soll innerhalb der nächsten vier Wochen beginnen.

AR/sti (dpa, afp, ap)



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