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ING-Studie: Fast ein Drittel ohne Ersparnisse


Stand: 12.12.2022 10:49 Uhr

Laut einer Umfrage der Großbank ING haben rund 30 Prozent aller Deutschen keine Rücklagen. Der Grund dafür ist nicht nur die Inflation.

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise haben die Ersparnisse vieler Menschen in Deutschland aufgezehrt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der ING Bank gaben rund 30 Prozent der befragten Deutschen an, keine Reserven zu haben. „Als Hauptgrund für das fehlende Sparen gibt etwa jeder achte Betroffene die zuletzt stark gestiegenen Preise an“, heißt es in der Studie.

Nach vorläufigen Zahlen lag die Inflationsrate in Deutschland im November bei zehn Prozent. Mit der Aufhebung der meisten Pandemiebeschränkungen und steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen stehen die deutschen Finanzen erneut unter Druck. Die Inflation war jedoch nicht der Hauptgrund für die fehlenden Ersparnisse: Unter den Befragten ohne Ersparnisse gaben rund 57 Prozent an, nicht genug zu verdienen, um Geld auf die Seite zu legen.

Deutschland noch Sparerland?

Laut Studie spart die Hälfte der Befragten vor allem beim täglichen Bedarf, Kleidung und Ausgaben für die Verpflegung. Darüber hinaus gaben drei von zehn Befragten an, nie Geld für Bildung auszugeben. Auch ihre Ausgaben für Gastronomie und Freizeit wollen die Befragten künftig reduzieren: „Schlechte Vorzeichen für Branchen, die bereits stark unter den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gelitten haben“, schreiben die ING-Forscher.

Deutschland ist laut den Studienautoren nur absolut das „Land der Sparer“: Der Anteil derjenigen, die über große Reserven verfügen, hat zugenommen; aber die Zahl der Menschen mit geringen Ersparnissen nahm noch mehr zu. Fazit: Wenn drei von zehn Deutschen keine Ersparnisse haben, sollte das allein schon ein Warnsignal im Hinblick auf ungleiche Möglichkeiten zur Rücklagenbildung sein.

Sparquote gesunken

Seit Anfang dieses Jahres ist die Sparquote der deutschen Privathaushalte um fast fünf Prozent gesunken. Laut Monatsbericht der Bundesbank für November lag die Sparquote der Deutschen im ersten Quartal bei 14,3 Prozent und im zweiten Quartal bei 10,3 Prozent.

Im dritten Quartal des Jahres wurden nur noch durchschnittlich 9,6 Prozent des verfügbaren Einkommens zur Seite gelegt. Laut Statistischem Bundesamt hatte die Sparquote in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 pandemiebedingt einen historischen Höchststand von 18,2 Prozent erreicht.