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Deutschland Nachrichten

Inflation in Deutschland: Hier sind die Preise besonders stark gestiegen


Stand: 13.10.2022 10:25 Uhr

Die Inflation in Deutschland hat erstmals seit den Nachkriegsjahren wieder die Marke von 10,0 Prozent erreicht. Nun ist auch klar, was besonders teuer geworden ist.

Von Angela Göpfert, tagesschau.de

Verbraucher können sich für einen Euro immer weniger leisten. Die Verbraucherpreise sind im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,0 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt heute Morgen in Wiesbaden mit und bestätigte damit seine vorläufige Schätzung. Im August wurde eine Inflationsrate von 7,9 Prozent verzeichnet.

Die Inflationsrate im wiedervereinigten Deutschland war noch nie so hoch wie jetzt. Zwar wurden in den alten Bundesländern Anfang der 1950er Jahre Quoten von zehn Prozent und mehr gemessen; Die Berechnungsmethode hat sich jedoch im Laufe der Zeit geändert.

Heizöl mehr als doppelt so teuer

Am stärksten war der Preisanstieg bei Energieprodukten erneut im September mit einem Plus von 43,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Die Preise für leichtes Heizöl haben sich mit einem Plus von 108,4 Prozent innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, der Preisanstieg für Erdgas betrug 95,1 Prozent.

Für Strom wurden 21,0 Prozent mehr benötigt. „Die Abschaffung der EEG-Umlage seit Juli 2022 hat den Anstieg der Strompreise nur leicht abgefedert“, konstatieren die Statistiker.

Tanken nochmal deutlich teurer

Die Kraftstoffpreise stiegen im Jahresvergleich um 30,5 Prozent. Hier machte sich die Abschaffung des Tankrabatts bemerkbar: Im Vergleich zum Vormonat August, in dem die Energiesteuer um 35 Cent pro Liter Benzin und 17 Cent pro Liter Diesel gesenkt wurde, betrug der Preisanstieg beim Kraftstoff stolze 12,5 Prozent.

„Das Auslaufen der ermäßigten Mineralölsteuer ist wohl nur ein Grund für den starken Anstieg der Kraftstoffpreise“, so das Statistische Bundesamt. „Ursache für die teuren Energieprodukte sind insbesondere die stark gestiegenen internationalen Einkaufspreise.“

ÖPNV mit drastischem Preissprung

Inzwischen sind auch die Preise für Bahntickets im Nahverkehr in die Höhe geschnellt – plus 82,5 Prozent gegenüber August. Beim Kombinierten Personenverkehr betrug die Preissteigerung sogar ein Plus von 175,3 Prozent. Der Ablauf des 9-Euro-Tickets spiegelt sich eindrucksvoll in diesen Zahlen wider.

Die Lebensmittelpreisinflation beschleunigt sich

Auch die Lebensmittelpreise sind im September deutlich stärker gestiegen als die Gesamtinflation: Hier lag die Preisinflation bei 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und hat sich damit noch einmal beschleunigt. Im August betrug das Plus noch 16,6 Prozent. Seit Jahresbeginn habe sich der Aufwärtstrend bei den Lebensmittelpreisen allmählich verstärkt, stellen die Statistiker fest.

Am stärksten stiegen die Preise für Speisefette und -öle (plus 49,0 Prozent) sowie für Milchprodukte und Eier (plus 29,1 Prozent). Aber auch bei Fleisch und Fleischwaren (plus 19,5 Prozent) sowie bei Brot und Getreideprodukten stiegen die Verbraucherpreise spürbar.

Die Kaufkraft der Deutschen sinkt rapide

Die hohen Preise mindern die Kaufkraft der Verbraucher, die sich weniger für einen Euro leisten können. Angesichts der anhaltend hohen Inflation droht den privaten Haushalten in Deutschland ein schwerer Wohlstandseinbruch.

Die Experten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erwarten, dass die Kaufkraft der Bundesbürger im kommenden Jahr um 4,1 Prozent sinken wird – und damit so stark wie nie zuvor im wiedervereinigten Deutschland. Dadurch würde der private Konsum bis weit ins kommende Jahr schrumpfen.

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