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Importe brechen weiter ein Pyro-Hersteller: Deutsche wollen wieder mehr Böller

Die Importe brechen immer noch ein


Pyro-Hersteller: Deutsche wollen wieder mehr Böller

Nach zwei Jahren erzwungener Zurückhaltung könnten an Silvester weitere Raketen in den Himmel steigen. Deutsche Feuerwerkshersteller melden zumindest eine deutlich steigende Nachfrage. Einige davon können nicht mehr befriedigt werden. Auch im Ausland werden deutsche Böller immer beliebter.

Nach zwei Corona-Wintern erwarten die deutschen Feuerwerkshersteller auch in diesem Jahr wieder ein gutes Neujahrsgeschäft: Viele Unternehmen nehmen keine Aufträge mehr an, weil sie entweder ausverkauft sind oder keine Transportkapazitäten mehr haben, sagte Ingo Schubert, Vorsitzender des Bundesverbandes Pyrotechnik und Künstliches Feuerwerk, das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir spüren, dass viele die bunte Silvestertradition vermisst haben. Es besteht Nachholbedarf.“

Der Verband gehe davon aus, dass das Silvesterfeuerwerk auch in diesem Jahr wieder wie gewohnt stattfinden werde, sagte Schubert. Allerdings könnten die Inflation und andere Belastungen die Nachfrage etwas dämpfen, sodass der Umsatz voraussichtlich auf dem Vor-Corona-Niveau bleiben wird, anstatt zu wachsen.

Auch der Verband der pyrotechnischen Industrie rechnet mit Zahlen wie 2019, als der Umsatz 122 Millionen Euro erreichte. „Wir und unsere Mitgliedsunternehmen blicken wieder hoffnungsvoll in die Zukunft“, sagte der Verband den RND-Zeitungen. „Nach bisherigen Angaben der Mitglieder ist die Nachfrage nach Silvesterfeuerwerk groß.“

Importe brechen massiv ein

Im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie ist die Einfuhr von Feuerwerkskörpern in diesem Jahr massiv zurückgegangen. Von Januar bis September wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 5.700 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert. Das ist ein Rückgang um 81 Prozent im Vergleich zu 2019, als 29.800 Tonnen importiert wurden. Fast alle importierten Feuerwerkskörper stammten aus China.

Laut Statistik stiegen die Importe jedoch im Vergleich zum Pandemiejahr 2021. Im gesamten Jahr 2021 wurden nur 2300 Tonnen Böller und Raketen nach Deutschland importiert. Hauptgrund für das niedrige Vorjahresniveau war laut Bundesamt das damalige Verbot des Verkaufs von Silvesterfeuerwerk. Damit sollten die durch die Corona-Pandemie stark ausgelasteten Krankenhäuser vor Überlastung – etwa durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern – geschützt werden.

Im Gegensatz zu den geringen Importzahlen werden nach Angaben aus Wiesbaden mehr Feuerwerkskörper aus Deutschland exportiert. Während in den ersten drei Quartalen 2019 rund 2.200 Tonnen exportiert wurden, sind die Exporte in diesem Jahr bereits auf 2.700 Tonnen gestiegen. Die wichtigsten Abnehmer deutscher Feuerwerkskörper waren in diesem Jahr bisher die Niederlande (49 Prozent), Italien (23 Prozent) und Belgien (18 Prozent).

Über ein zwischenzeitlich vor dem Hintergrund der Corona-Krise diskutiertes grundsätzliches Verbot von Feuerwerkskörpern ist noch nicht entschieden. Laut Bundesamt wollen einige Städte privates Feuerwerk noch in diesem Jahr zumindest mancherorts verbieten. Der Bundesverband Pyrotechnik kritisierte Forderungen nach einem Feuerwerksverbot an Silvester. Feuerwerke seien „für viele Menschen von großem Wert“, sagte Verbandsvorsitzender Ingo Schubert. „Nach zwei Jahren des Verbots im Rahmen der Corona-Pandemie sehnen sich die Menschen nach der feurigen Neujahrstradition.“