Skip to content
Großer Sucheinsatz in Manching: Polizei sichert Gegenstände nach Golddiebstahl


Großer Sucheinsatz in Manching


Die Polizei beschlagnahmt Gegenstände, nachdem Gold gestohlen wurde

Der gestohlene keltische Goldschatz aus einem Museum in Manching bleibt unauffindbar. Die Polizei begann mit einer Suche rund um den Tatort, um Hinweise auf die unbekannten Täter zu finden. Gegenstände sind gesichert. Können sie helfen, den Fall zu lösen?

Nach dem Einbruch in das Museum und dem Diebstahl des Goldes im oberbayerischen Manching durchsuchte ein Großaufgebot der Polizei das Gelände und stellte Gegenstände sicher. Rund 60 Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) und der Bereitschaftspolizei Eichstätt waren im Einsatz. Die Polizisten untersuchten auch den Boden mit Metallsonden.

Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei suchen im Umfeld des Kelten-Römer-Museums nach möglichen Spuren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das gesamte Areal außerhalb des eigentlichen Tatorts sei erneut durchsucht worden, sagte LKA-Sprecher Fabian Puchelt. „Wir wollen nur sehen, ob wir Gegenstände finden, die der oder die Täter möglicherweise auf der Flucht zurückgelassen haben.“ Laut Puchelt wurden auch Mülltonnen durchsucht. Außerdem wurden Flyer verteilt, um potenzielle Zeugen auf die Tat aufmerksam zu machen.

Bei der Aktion seien verschiedene Gegenstände entdeckt und sichergestellt worden, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten, teilte das LKA mit. „Im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen werden keine Angaben zur genauen Beschaffenheit der Objekte gemacht.“ Ob ein Gegenstand im Zusammenhang mit dem Einbruch stand, müssten weitere Ermittlungen zeigen.

Materialwert bei einer Viertelmillion Euro

Nach bisherigen Ermittlungen drangen die unbekannten Täter am frühen Dienstagmorgen in das Manchinger Kelten-Römer-Museum ein, um einen mehr als 2000 Jahre alten Goldschatz aus der Keltenzeit zu stehlen. Die Einbrecher entkamen mit fast 500 Münzen. Beim LKA ermittelt eine Sonderkommission.

Großer Sucheinsatz in Manching: Polizei sichert Gegenstände nach Golddiebstahl

Am Tatort: ​​Die Einbrecher hatten einen Goldschatz aus der Keltenzeit im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die keltischen Goldmünzen wurden 1999 bei einer archäologischen Ausgrabung in Manching entdeckt. Nach Angaben des Museums handelt es sich um den „größten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts“. Der reine Materialwert des 3,7 Kilogramm schweren Schatzes wird auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert der historischen Münzen geht in die Millionen.

Die Beamten prüfen auch Zusammenhänge mit ähnlichen Fällen aus den vergangenen Jahren, etwa dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Münzdiebstahl aus dem Bode-Museum in Berlin.

Versicherer: „Verstärkter Dialog mit Museen“

Solche spektakulären Kunstdiebstähle beschäftigen zunehmend auch Versicherer. Sie führten zu einem „deutlich verstärkten Dialog mit den Museen“, sagte Eric Wolzenburg, Leiter Kunstversicherung bei der Allianz Sachversicherung. Die Frage ist, ob solche Taten auch im eigenen Haus passieren können.

Die Allianz ist nach eigenen Angaben einer der größten Kunstversicherer in Deutschland, oft beraten die Versicherer auch Museen beim Schutz der Exponate. Außerhalb der Öffnungszeiten spielt die Alarmanlage eine besonders wichtige Rolle. „Wir brauchen redundante Meldewege. Oft geht es um Lösungen, die sowohl drahtgebundene als auch drahtlose Technologien wie Mobilfunk oder Satelliten nutzen“, so Wolzenburg. Der Experte äußert sich nicht zu dem Fall in Manching. Laut Polizei hatte die Unterbrechung von Glasfaserleitungen in der Nähe des Museums die Alarmmeldung verhindert.

„Was wir sehen, ist eine zunehmende Professionalisierung der Täter“, sagte Wolzenburg. Zunehmend handele es sich nicht um Einzelpersonen, „sondern um eine Gruppe hochspezialisierter Akteure“. Dabei wird oft auf Insiderwissen zurückgegriffen. „Letztendlich muss klar sein, dass jedes Sicherheitssystem überwunden werden kann.“ Welche Maßnahmen zum Einsatz kämen, sei eine Abwägung zwischen Sicherheit und Präsentation für die Museen, so der Experte. „Es bringt nichts, die Kunstwerke hinter einem zentimeterdicken Sicherheitsglas zu verstecken.“