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Deutschland Nachrichten

Griechenland und Türkei: Der Konflikt um die Ägäischen Inseln spitzt sich zu


Stand: 27.09.2022 12:58 Uhr

Die Türkei und Griechenland streiten seit langem über den Status griechischer Inseln in der Ägäis. Mit Einsätzen und Manövern wächst die Sorge, dass eine militärische Konfrontation droht.

Von Susanne Güsten, ARD Studio Istanbul

Die griechischen Streitkräfte hätten rund 40 gepanzerte Fahrzeuge auf die Ägäis-Inseln Lesbos und Samos gebracht, berichtete die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Sicherheitskreise – das würden Aufnahmen türkischer Drohnen belegen. Das türkische Außenministerium hat am Montag den griechischen Botschafter vorgeladen und seinem Land vorgeworfen, den entmilitarisierten Status der Inseln zu verletzen.

Wie das griechische Außenministerium mitteilte, warf der Botschafter der Türkei vor, mit ihren Drohnen illegal griechisches Territorium zu überfliegen. Die Türkei suche nach einem casus belli, einem Kriegsgrund, sagte der Botschafter. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Griechenland vor, die Türkei zu provozieren.

Erdogan wirft Griechenland Hassreden vor

Während die Türkei damit beschäftigt sei, die Kriege, Krisen und Spannungen der Welt zu lösen, habe das benachbarte Griechenland nichts zu tun, als zu agitieren und zu provozieren, sagte Erdogan nach einer Kabinettssitzung in Ankara.

Die griechische Regierung wolle mit ihren Provokationen Zeit und Energie der Türkei verschwenden, um den Aufstieg des Landes zu verhindern – das wisse er sehr gut, sagte Erdogan. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu schickte Ankara auch eine Protestnote an die USA. Die Regierung forderte Washington auf, Maßnahmen zu ergreifen, um den entmilitarisierten Status der Inseln zu schützen. Erdogan wandte sich in seiner Rede auch an die Amerikaner.

Dieses Spiel sei nicht nur für das griechische Volk gefährlich, sagte der türkische Präsident, sondern auch für diejenigen, die es als Marionetten benutzen würden.

Griechenland nennt Erdogan unberechenbar

Nach Informationen aus Diplomatenkreisen wächst in Athen die Sorge, dass tatsächlich eine militärische Konfrontation droht. Türkische Jagdbomber seien allein am Montag fast hundert Mal in den griechischen Luftraum eingedrungen, teilten Beamte mit. Zweimal überflogen sie griechische Inseln und verwickelten zweimal griechische Flugzeuge in simulierte Kämpfe – sogenannte Dogfights. Der türkische Präsident goss mit seinen Äußerungen noch mehr Öl ins Feuer.

Er wolle Griechenland noch einmal daran erinnern, welchen Preis das griechische Volk und seine Führung vor 100 Jahren bezahlten, als die Türkei ihre Streitkräfte im türkischen Befreiungskrieg besiegte, sagte Erdogan. In Athen hieß es, der türkische Präsident sei nun völlig unberechenbar. Die griechische Regierung alarmierte Washington, Paris und Berlin.

Es geht um vier Inseln

Die Türkei und Griechenland streiten seit Jahren über den Status von Inseln im nordöstlichen Mittelmeer. Allein wegen einer unbewohnten Felseninsel wäre 1996 beinahe ein Krieg zwischen den beiden Nato-Staaten ausgebrochen.

Diesmal geht es um viel mehr: die griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos und Ikaria vor der türkischen Westküste sowie die ebenfalls nahe der türkischen Küste liegenden Dodekanes-Inseln, die zu Griechenland gehören – die größte davon ist Rhodos.

Die Türkei hat Griechenland vorgeworfen, gegen die Bedingungen verstoßen zu haben, unter denen es die Inseln nach den Weltkriegen erhalten hat, und stellt daher Griechenlands Anspruch auf die Inseln in Frage.

Kriegsgefahr in der Ägäis

Susanne Güsten, SWR, 27.9.2022 12:19 Uhr

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