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Globale Handelsregeln gegen das Aussterben: Ein Erfolg? | Wissen & Umwelt | DW


Die Menschheit verändert die Natur in einer beispiellosen Geschwindigkeit. Laut einem Bericht des WWF sind die Bestände an Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien seit 1970 um fast 70 Prozent zurückgegangen.

Das Massensterben wird durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume, Umweltverschmutzung, Landwirtschaft, globale Erwärmung und den Handel mit Wildtieren und Pflanzen verursacht.

Mit dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) sollen nun fast 40.000 Tier- und Pflanzenarten in ihren Populationen mit Hilfe internationaler Handelsbeschränkungen geschützt werden. Es wurde 1973 ausgehandelt, und fast alle Länder der Welt sind seitdem dem Abkommen beigetreten. Alle drei Jahre treffen sich Regierungsbeamte, um über bestehende und neue Handelsbeschränkungen zu diskutieren, um das Aussterben zu stoppen. Bei der diesjährigen Konferenz in Panama ging es in den letzten zwei Wochen um den Schutz von fast 600 Tier- und Pflanzenarten.

Besonders vom Aussterben bedroht: Afrikanischer Waldelefant im Kongo

Der Handel mit Elfenbein bleibt verboten

Elefanten gehören zu den Arten mit dem höchsten Schutzstatus. Seit 1989 ist der internationale Handel mit Elfenbein verboten. Trotzdem töten Wilderer laut der Naturschutzorganisation WWF jedes Jahr rund 20.000 Elefanten in Afrika illegal. Einigen afrikanischen Ländern fehlten bisher die Ressourcen, um dies zu verhindern.

Wilderei könnte einige Elefantenpopulationen bis zum Aussterben dezimieren. Afrikanische Savannenelefanten beispielsweise sind heute stark gefährdet und Waldelefanten sind besonders vom Aussterben bedroht. In einigen Regionen ist ihre Population um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

In einigen Gebieten des südlichen Afrikas konnten sich jedoch auch lokale Elefantenpopulationen erholen, und einige Länder setzen sich dort für die Wiedereinführung des Elfenbeinhandels ein. Auf der diesjährigen CITES-Konferenz in Panama dürfte es jedoch keine Mehrheit für die Aufhebung des Elfenbein-Exportverbots geben.

Auch die Population der Breithornnashörner in Namibia hat sich erholt. Sie dürfen jetzt zu Erhaltungszwecken im historischen Verbreitungsgebiet Afrikas gehandelt werden. Der Verkauf von Nashornhörnern bleibt verboten.

Hammerhai schwimmt im Wasser

Hammerhaie sind vom Aussterben bedroht: Ein internationales Exportverbot könnte die Population retten

Mehr Schutz für Haie und Rochen?

Hai- und Rochenflossen sind vor allem in Asien für viele Menschen eine Delikatesse. Nach Schätzungen der FAO sterben jedes Jahr 70 Millionen Haie, der Bestand geht durch Überfischung stark zurück und ein Drittel der mehr als 1200 Haiarten ist vom Aussterben bedroht.

In einem Vorbeschluss der CITES-Konferenz hat sich eine Mehrheit der Staaten dafür ausgesprochen, über 90 Prozent aller gehandelten Hai- und Rochenarten zu schützen. Dies betrifft 54 ​​Arten von Grundhaien, sechs Arten von Hammerhaien und 37 Arten von Gitarrenfischen.

Die Tiere sollen nun in den sogenannten Anhang II des Artenschutzabkommens aufgenommen werden. Das bedeutet, dass nur Haie und Rochen gehandelt werden können, die in Regionen mit guten Beständen gefischt wurden. Für die Überprüfung der Lagerbestände und die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen sind die jeweiligen Staaten zuständig.

Ein Tiger springt mit erhobenen Vorderpfoten von der Seite gegen die Schultern eines zweiten Tigers

Der illegale Handel mit Tigerprodukten ist nach wie vor lukrativ: Hier paart sich ein Tigerpaar in einem Nationalpark in Rajasthan

Strenges Handelsverbot für besonders gefährdete Arten

Laut Artenschutzabkommen sind 1082 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht und stehen daher unter besonderem Schutz. Zu diesen Tieren zählen unter anderem Affenarten wie Gorillas und Schimpansen, Schuppentiere, Pandas, Papageien und Schlangen, Chamäleons und Meeresschildkröten sowie gefährdete Pflanzenarten wie Kakteen, Zypressen und Orchideen.

Wildtiere und Pflanzen mit dem höchsten Schutzstatus dürfen nicht gewerbsmäßig gehandelt werden. Zum Nachweis der legalen Herkunft sind Ausfuhr- und Einfuhrgenehmigungen erforderlich.

Auch wildlebende Großkatzen wie Leoparden, Luchse, Löwen, Jaguare, Pumas und Tiger genießen seit langem einen besonderen Schutz. Laut der neuesten WWF-Studie gibt es jedoch nach wie vor ein großes Problem mit der illegalen Wilderei und dem Schmuggel von Tigern: Tigerfelle werden illegal als Bettvorleger gehandelt, Tigerzähne und -knochen als magische Glücksbringer oder zur Herstellung von Medizinprodukten verkauft. Am illegalen Handel sind laut einer WWF-Studie auch sogenannte Tigerfarmen beteiligt, vor allem in Thailand, Laos und Vietnam.

Der WWF fordert die Staaten auf, die Strafverfolgung für Tigerschmuggel und Wilderei zu verstärken. Zudem drängt die Tierschutzorganisation auf die Schließung illegaler Wildtiermärkte und ein schärferes Vorgehen gegen Tigerfarmen und hofft auf entsprechende Beschlüsse auf der Artenschutzkonferenz.

Pangolin-Gürteltiere nach der Beschlagnahme in Indonesien

Viele geschmuggelte Schuppentiere werden nach einer Razzia in Indonesien beschlagnahmt, wie hier gezeigt: Das Fleisch der geschützten Art gilt als Delikatesse

Artenschutz braucht nicht nur Handelsbeschränkungen

Die Fischerei ist der Hauptgrund für das Artensterben in den Ozeanen. Dies kann nur mit klaren Handelsbeschränkungen gestoppt werden.

Auch für Flora und Fauna an Land ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) wichtig, um Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Mit einem Exportverbot könnte beispielsweise das Vikunja in Südamerika vor dem Aussterben bewahrt werden, es ist eine kleine Andenkamelart, die dem Alpaka ähnelt. Er wurde wegen seines flauschigen Fells gejagt und die Population schrumpfte auf nur noch 10.000 Tiere. Heute gibt es wieder rund 500.000 Vicuñas und der Bestand ist nicht mehr gefährdet.

Die verheerendste Ursache des Artensterbens ist jedoch die Zerstörung natürlicher Lebensräume, vor allem durch Abholzung, industrielle Landwirtschaft mit Ackergiften, Umweltgiften und Erderwärmung. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen konnte diese Formen der Bedrohung bisher nicht durch Handelsbeschränkungen stoppen.



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