Skip to content
Getötet, vermisst, verletzt: Bericht: 90.000 russische Soldaten außer Gefecht

Getötet, vermisst, verletzt
Meldung: 90.000 russische Soldaten außer Gefecht

Die genauen Zahlen sind unklar: Ein Rechercheportal berichtet nun von Zehntausenden russischen Soldaten, die nicht mehr kämpfen können: weil sie getötet wurden, vermisst werden oder so schwer verletzt wurden, dass sie nicht mehr zum Militärdienst zurückkehren können.

Mehr als 90.000 russische Soldaten könnten im Krieg gegen die Ukraine getötet, vermisst oder so schwer verletzt worden sein, dass sie nicht mehr kämpfen können. Die russischsprachige Ermittlungsseite nannte diese Nummer „Wichtige Geschichten“ und berichtete von „unwiederbringlichen Verlusten“. Die in Lettland ansässige Seite stützt sich auf zwei Quellen: einen ehemaligen Offizier der russischen Spezialdienste und einen aktiven Offizier des FSB-Geheimdienstes.

Die Zahl liegt nahe an den Angaben des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace vom August. Damals sprach er von mehr als 80.000 Verlusten bei den russischen Streitkräften – Tote, Verwundete und Deserteure zusammengerechnet. „Das sind 80.000 in sechs Monaten, verglichen mit 15.000, die sie in Afghanistan in einem Jahrzehnt verloren haben“, sagte Wallace der BBC. Im Juni bezifferte er die Zahl der getöteten russischen Soldaten auf mehr als 25.000.

Moskau selbst hat sich mit der Zahl der eigenen Opfer weitgehend bedeckt gehalten. Im September sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu jedoch, 5.937 russische Soldaten seien in der Ukraine getötet worden. Kiew hingegen beziffert die Zahl der russischen Opfer deutlich höher. Das ukrainische Verteidigungsministerium schätzt, dass seit Kriegsbeginn am 24. Februar 63.800 Russen gestorben sind.

Wie die „Moscow Times“ schreibt, entspricht die Zahl von 90.000 fast der Hälfte der 190.000 russischen Soldaten, die in der Anfangsphase der Invasion über die ukrainische Grenze beordert worden sein sollen. Wegen der enormen Verluste und des erbitterten Widerstands der ukrainischen Truppen erklärte der russische Präsident Wladimir Putin im vergangenen Monat die „teilweise“ Mobilisierung der russischen Bevölkerung. Vieles davon war jedoch chaotisch, und Hunderttausende Russen sind seitdem aus Angst vor der Wehrpflicht aus dem Land geflohen.