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Gegner von Corona-Maßnahmen in Portugal festgenommen


Gegner von Corona-Maßnahmen in Portugal festgenommen


exklusiv

Stand: 5. Dezember 2023 6:03 Uhr

In Portugal wurde ein Deutscher festgenommen, der sich offenbar als Reaktion auf die Corona-Maßnahmen mit anderen bewaffnete. Laut Panorama Und STRG_F Es handelt sich um einen Mann aus Rheinland-Pfalz.

Ein mit Haftbefehl gesuchter Deutscher, der sich wegen der Corona-Maßnahmen offenbar mit anderen bewaffnet hat, ist in Portugal festgenommen worden. Nach Angaben von ARD-Politikmagazin Panorama und das Forschungsformat STRG_F Dabei handelt es sich um den 39-jährigen Joachim T. aus Rheinland-Pfalz.

Europäischer Haftbefehl

Ende November nahmen portugiesische Behörden den Flüchtigen Joachim T. fest. Der Deutsche wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht, weil er als Anführer einer mutmaßlichen kriminellen Vereinigung gilt. Der Gruppe wird vorgeworfen, sich im Kampf gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung bewaffnet zu haben.

Joachim T. war gefolgt NDR-Forschung radikalisiert sich im Kontext der Corona-Pandemie. Ihm wird vorgeworfen, Anfang 2021 eine bewaffnete Gruppe unter dem Namen „Paladin“ gegründet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nun Anklage gegen T. und zwei mutmaßliche Komplizen erhoben.

Anfang 2022 hatte T. in einem Interview mit Panorama Und STRG_F bestritt, eine bewaffnete Gruppe gegründet zu haben. T. war Mitte 2021 bereits einmal verhaftet worden, nachdem er mithilfe von 3D-Druckern eine Waffe und zahlreiche Teile für Schusswaffen hergestellt hatte. Er versuchte, die halbautomatische Pistole an einen verdeckten Polizisten zu verkaufen.

T. wurde Anfang 2022 wegen illegaler Waffenproduktion zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Damals stellte das Gericht unter anderem fest, dass der Physiotherapeut T. wegen seiner Weigerung, am Arbeitsplatz eine Maske zu tragen, seinen Job verloren hatte.

Waffenbau aufgrund von Corona-Maßnahmen

„Gesundheit wird politisiert“, sagte T. in einem Interview mit kurz nach der Verurteilung Panorama Und STRG_F zu den Corona-Maßnahmen in Deutschland. „Es endet immer in einer Katastrophe, wenn man sich historisch anschaut, was passiert, wenn Politiker einem sagen, was gesund ist und was nicht. Für mich kam daher die Angst, eine wirklich große Angst. Und da entstand die Idee.“ Sich zu verteidigen kommt von „So bin ich zum Waffenbau gekommen.“ Er befürchtete, dass „die Grundordnung völlig zusammenbrechen würde.“

Im Rahmen der Ermittlungen zur illegalen Waffenproduktion analysierte die Polizei Chats und fand Hinweise darauf, dass Joachim T. sich nicht allein bewaffnete. Es folgten umfangreiche Ermittlungen, die von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus bei der Staatsanwaltschaft Koblenz geleitet wurden.

Nach Untersuchungen von Panorama Und STRG_F T. versuchte unter anderem auf Telegram und Facebook, Mitstreiter zu finden und sich zu vernetzen. T. nahm auch an Versammlungen teil, die sich gegen die Corona-Maßnahmen richteten. Im Internet warb T. für kleine bewaffnete Gruppen, die „konsequenten Widerstand gegen kriminelle Willkür leisten“. Damit waren die staatlichen Corona-Maßnahmen gemeint. In einer Audiobotschaft fragte T.: „Wann fangen Sie also an, sich bewaffnet und defensiv zu organisieren?“

Die Ermittler konnten zwei der mutmaßlichen Komplizen von T. identifizieren: einen 56-Jährigen und einen 63-Jährigen. Alle drei Tatverdächtigen stammen aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz.

Anklage gegen das Trio „Paladin“

Die Staatsanwaltschaft Koblenz erhob im Sommer Anklage gegen T. und die beiden anderen Männer. Ihnen werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung, die Bildung einer bewaffneten Gruppe und Waffendelikte vorgeworfen. Laut Anklage gilt T. als Rädelsführer des Vereins, der zwischen Februar und Mai 2021 bestanden haben soll.

Den drei Angeklagten wird vorgeworfen, sie hätten „die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abgelehnt und sie lediglich als Vorwand des Staates zur Abschaffung von Grundrechten gesehen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage Panorama Und STRG_F.

Daraus leitete das Trio „das Recht ab“, sich „zu bewaffnen und sich gewaltsam gegen staatliche Maßnahmen zu wehren“, so die Anklage. Allerdings fanden die Ermittler keine Hinweise darauf, dass bereits konkrete Gewalttaten in Betracht gezogen wurden.

Teilnahme an Treffen im Wald in Tarnuniform

Im Interview bestätigte T. Anfang 2022, dass er in Tarnuniform an Treffen im Wald teilgenommen habe. Er bestritt jedoch Vorwürfe, er habe eine bewaffnete Gruppe gegründet. Es habe keine militärischen Übungen oder Schießübungen gegeben, sagte er. Es sei „viel harmloser“ gewesen.

Den Ermittlern zufolge floh T. spätestens im Juni 2023 ins Ausland, wurde aber Ende November festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Portugal sitzt T. derzeit in Auslieferungshaft. Das Landgericht Koblenz muss nun entscheiden, ob die Anklage gegen das Trio zugelassen wird. Der Verteidiger von T. wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

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