Skip to content
Gegen Frankreich platzt der WM-Traum: Deutsche Handballer brechen im Viertelfinale tödlich zusammen

Gegen Frankreich platzt der WM-Traum


Deutsche Handballer brechen im Viertelfinale tödlich zusammen

Der Traum der deutschen Nationalmannschaft von einer WM-Medaille lebt noch eine halbe Periode weiter – doch nach der Pause bricht die Mannschaft gegen die abgezockten Franzosen und den überragenden Torhüter Remi Desbonnet auseinander und kassiert eine klare Niederlage.

Eine leidenschaftliche Leistung, ein sehr starker Torhüter – doch der Medaillentraum ist geplatzt: Deutschlands Handballer verpassten nach langem und beherztem Kampf das WM-Halbfinale. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason verlor ihr Viertelfinale gegen Olympiasieger Frankreich mit 28:35 (16:16) und musste ihre Hoffnungen auf die erste WM-Medaille seit dem goldenen Wintermärchen 2007 begraben.

Deutschland hielt die Partie gegen den Rekordweltmeister lange offen, führte kurz nach der Pause sogar mit 20:18. Doch am Ende konnte auch der überragende Andreas Wolff die Niederlage gegen den Rekordweltmeister nicht verhindern – in der zweiten Halbzeit kostete eine schlechte Wurfausbeute der DHB-Auswahl den durchaus möglichen Sieg gegen den erfahrenen Gegner. Bester deutscher Torschütze war Kapitän Johannes Golla mit sechs Treffern vor rund 5.500 Zuschauern in Danzig. Tatsache bleibt: Deutschland kann bei großen Turnieren einfach nicht gegen Weltklasseteams gewinnen.

„Die Franzosen haben keine Schwächen“

Das Turnier ist für die deutsche Mannschaft nach dem Viertelfinale noch nicht zu Ende. Golla und seine Teamkollegen reisen am Donnerstagmorgen nach Stockholm. Statt am Wochenende nach 16 Jahren in der schwedischen Hauptstadt erneut um den WM-Titel zu spielen, geht es nun in zwei sportlich unbedeutenden Partien um die Plätze fünf bis acht. Gegner am Freitag in der Tele2-Fußballarena heißt zunächst Afrikameister Ägypten.

„Die Franzosen haben keine Schwächen“, sagte Gislason vor dem Spiel im ZDF: „Wir müssen ein richtig gutes Spiel machen, sowohl hinten als auch vorne.“ Doch der DHB-Trainer und sein Team mussten sich erst noch gedulden. Das Spiel begann mit 22 Minuten Verspätung aufgrund doppelter Verlängerung im vorherigen Spiel zwischen Norwegen und Spanien (34:35). Das, orakelte DHB-Sportvorstand Axel Kromer, sei „vielleicht ein Vorteil für uns. Die Franzosen kennen den Ablauf vor so einem Viertelfinale schon etwas besser. Jetzt ist es neu für alle.“

Deutschlands Angriff kommt zum Stillstand

Tatsächlich waren die Gislason-Sieben nach der unfreiwilligen Verzögerung von Beginn an hellwach. Weil Golla und Co. vorne fast jeden Schuss versenkten und hinten Keeper Wolff fulminant startete, führte Deutschland schnell mit 5:3 (5.) und 8:5 (10.). Und als Christoph Steinert nach einer Viertelstunde auf 11:7 erhöhte, rundete Frankreichs Coach Guillaume Gille seine Stars um Nikola Karabatic und Dika Mem zur ersten Auszeit ab. Ab da geriet das deutsche Angriffsspiel ins Stocken, die Franzosen nahmen nun merklich an Tempo zu. Und so dauerte es keine vier Minuten, bis Nedim Remili den Ausgleich erzielte. In dieser Phase mit fünf Minuten ohne eigenen Treffer war es immer wieder Wolff, der das DHB-Team mit seinen Paraden mehrfach vor dem Rückstand bewahrte und so im Spiel hielt.

„Das ist ein absolut rasantes Spiel mit einem Riesentempo und einem Riesenherz auf beiden Seiten“, sagte Kromer zur Pause. Und Teamchef Oliver Roggisch sagte: „Mit so einem Andi Wolff im Team sollten wir eigentlich führen.“ Der zweite Durchgang startete jedoch mit der ersten französischen Führung. Die DHB-Auswahl reagierte mit drei Toren in Folge, schaffte es aber nicht, die Führung auf 20:17 auszubauen, als Patrick Groetzki konterte. Bei den Franzosen wurde Remi Desbonnet, der Stamm-Ersatzkeeper hinter dem künftigen Kieler Vincent Gerard, immer mehr zum Faktor. Acht Minuten ohne Treffer raubten dem DHB-Team die Siegchance.