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Gefährdeter Singvogel: Braunkehlchen ist „Vogel des Jahres“


Stand: 27.10.2022 13:12 Uhr

Wegen seines weißen Augenstreifens wird er auch „Wiesenclown“ genannt: das Braunkehlchen. Jetzt wurde er zum „Vogel des Jahres“ gewählt. Das spatzengroße Tier gilt als vom Aussterben bedroht.

Das Braunkehlchen ist Vogel des Jahres 2023. Der seltene Wiesenbrüter setzte sich bei der Publikumsabstimmung mit rund 43 Prozent der Stimmen gegen Feldsperling, Neuntöter, Trauerschnäpper und Teichhühner durch, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitteilte. . 1987 trug der kleine Singvogel bereits diesen Titel.

Mit einer Größe von 12 bis 14 Zoll hat das Braunkehlchen seinen Namen von seiner braun-orangen Brust und Kehle. Der weiße Augenstreifen brachte ihm auch den Spitznamen „Wiesenclown“ ein. Ansonsten hat der kaum spatzengroße Vogel ein eher dezentes Gefieder: Seine Oberseite ist dunkelholzfarben, sein Unterkörper weißlich. Der Hals erscheint orange. Das Braunkehlchen beginnt oder beendet seinen Gesang „oft mit Schmatzen“.

Braunkehlchen vom Aussterben bedroht

Die Vogelart mag feuchte Wiesen, Brachflächen und Feldränder – besonders wenn darauf einzelne Büsche, Hochsträucher oder Zaunpfähle stehen. Dort lässt er sich nieder, um zu singen oder Insekten zu jagen. Laut NABU werden solche Bedingungen jedoch aufgrund der intensiven Landwirtschaft immer seltener. Zudem bedrohten Überdüngung und der Einsatz von Giften den Lebensraum und die Nahrung des Kleinen Schlunds.

Deshalb steht das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In Deutschland gibt es noch 19.500 bis 35.000 Brutpaare, am häufigsten im Osten und Nordosten.

Über 5.000 Kilometer von Deutschland entfernt überwintert der kleine Singvogel südlich der Sahara. Im April wird er zurück sein.

Der „Vogel des Jahres“ wurde erstmals 1971 in Deutschland gekürt. Seit 2021 wird er durch öffentliche Wahl ermittelt. Fast 135.000 Menschen nahmen in diesem Jahr an der Abstimmung teil.

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