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Fußball-WM: Mbappé bannt Weltmeisterfluch und gleicht mit Zidane aus


Fußballweltmeisterschaft
Mbappé bannt Weltmeisterfluch und zieht mit Zidane gleich

Kylian Mbappé schoss Frankreich mit einem Doppelpack zum Sieg. Foto

© Mike Egerton/PA Wire/dpa

Als erster Fußball-Weltmeister seit Brasilien 2006 überstand Frankreich die erste Runde des folgenden Turniers. Matchwinner beim 2:1-Sieg gegen Dänemark war Kylian Mbappé.

Kylian Mbappé zeigte sich demonstrativ bescheiden. Beim Jubeln vor den französischen Fußballfans hielt er sich zurück, ging sogar als erster schnell Richtung Umkleidekabine. Bei der anschließenden Pressekonferenz, an der er als „Spieler des Spiels“ hätte teilnehmen sollen, ist er gar nicht erst erschienen.

Der 23-Jährige, der mit 31 Toren für die Equipe Tricolore nun mit Zinédine Zidane gleichgezogen ist, wollte nicht reden. Aber sein breites Grinsen verriet, wie glücklich der teuerste Spieler der Welt an diesem Abend in Doha war. Es war seine Party, seine Show. Mit zwei Toren (61. und 86. Minute) beim 2:1 (0:0) gegen Dänemark sorgte allein er dafür, dass sich Frankreich nach dem zweiten Gruppenspiel für das Achtelfinale der WM qualifizierte – und damit Weltmeister wurde. Fluch gebannt. Die Équipe Tricolore scheiterte als erster Titelverteidiger seit Brasilien 2006 nicht an der Gruppenphase der folgenden WM.

„Wir haben das erste Tor erreicht. Und wenn ich höre, was mir die Journalisten über den ehemaligen Weltmeister erzählt haben, war das nicht einfach“, sagte Bundestrainer Didier Deschamps mit einem breiten Lächeln. „Mich hat dieses Gerede nie gestört. Ich hatte absolut keine Angst, dass uns das auch passieren würde“, sagte der Trainer, der Bayern-Rechtsverteidiger Benjamin Pavard nach seiner mittelmäßigen Leistung in der 4. Partie eine Pause „zum Verschnaufen“ gönnte -1 Sieg gegen Australien: „Ich mache mir nie Sorgen um mein Team. Ich glaube an meine Jungs. Statistiken sind da, um gebrochen zu werden.“

„Hat die Fähigkeit, Spiele zu entscheiden“

Aber dafür braucht es Spieler wie Mbappé. „Was soll ich sagen? Er ist ein außergewöhnlicher Spieler in einer außergewöhnlichen Mannschaft. Er hat die Fähigkeit, Spiele zu entscheiden“, sagte Deschamps, zu dem der Stürmer eine enge Beziehung hat. Der Coach parierte sogar die Fangfrage, ob der eher ruhige Mbappé ein Führungsspieler sei. „Ja, er ist ein Anführer“, sagte er. „Kylian spricht nicht viel, aber er führt die Mannschaft auf dem Platz an und gibt immer alles für die Mannschaft. Es gibt verschiedene Arten von Anführern.“

Die Franzosen ärgerten sich in den Wochen und Monaten vor der WM eher über Mbappé, der mit Paris Saint-Germain einen fast schon sittenlosen Vertrag ausgehandelt hatte. Nur um kurz darauf innerlich mit einer Veränderung zu liebäugeln. Und auch in der Nationalmannschaft war es mit ihm nicht immer einfach. Doch das Fehlen des verletzten Karim Benzema wirkt für ihn wie eine Erleichterung. Die massive Präsenz des Ballon d’Or-Gewinners schien ihn immer einzuschränken. Deschamps versicherte derweil, „dass seine Leistungen hier nichts damit zu tun haben, dass Karim fehlt“.

Die Dänen, die vor dem Turnier noch als Geheimfavorit gehandelt wurden und zwischenzeitlich durch Ex-Gladbacher Andreas Christensen (68.) ausgeglichen haben, stehen am Mittwoch gegen Australien unter Druck, mit einem Punkt aus zwei Spielen zu gewinnen. Trainer Kasper Hjulmand erinnerte jedoch daran, dass sein Team bei der letztjährigen, letztlich so erfolgreichen Europameisterschaft nach zwei Spielen null Punkte hatte und dennoch das Halbfinale erreichte. „Der Ausgangspunkt ist klar: Mach es oder mach es kaputt“, sagte Hjulmand. Also alles oder nichts. „Wir müssen Australien schlagen, das wissen wir. Aber wir sind bereit und das werden wir am Mittwoch zeigen.“

dpa