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Fußball-WM: Brasilien gewinnt dank magischem Tor – aber Sorge um Neymar


Fußballweltmeisterschaft
Brasilien gewinnt dank magischem Tor – aber Sorge um Neymar

Der Matchwinner für Brasilien mit zwei Toren: Richarlison. Foto

© Robert Michael/dpa

Lange kämpfte der Rekordweltmeister gegen tapfer kämpfende Serben. In der zweiten Halbzeit drehte Brasilien auf. Beim hochverdienten WM-Auftaktsieg läuft allerdings nicht alles rund.

Nach diesem Zaubertor von Richarlison staunten selbst die größten Ballkünstler der Brasilianer nicht schlecht.

Speed-Dribbler Vinicius Júnior schenkte dem Angreifer von Tottenham Hotspur ein Lächeln und schüttelte ungläubig den Kopf, dann führten die Stars des Rekordweltmeisters einen kurzen Tanz vor ihren Fans auf. Mit einem 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Serbien ist Topfavorit Brasilien erfolgreich in die Jagd auf den sechsten WM-Titel gestartet.

Doch in die Freude über den Sieg mischte sich die Sorge um Superstar Neymar. Der 30-Jährige verletzte sich offenbar am Sprunggelenk und musste in der 79. Minute ausgewechselt und nach Angaben seiner Mitspieler sofort in der Umkleidekabine behandelt werden. „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes“, sagte Verteidiger Alex Sandro nach dem Spiel in der Interviewzone des Lusail-Stadions. Neymar humpelte aus der Arena, doch Trainer Tite gab Entwarnung: „Wir sind zuversichtlich, dass er bei dieser WM weiterspielen kann. Er wird diese WM fortsetzen!“

Auch in ihrem ersten Turnierspiel in Katar setzte sich die Seleção dank eines Gala-Auftritts von Richarlison durch. Erst staubte der Angreifer von Tottenham Hotspur aus kurzer Distanz ab (62. Minute), dann legte er den Ball zum Flanken vor sich her (73.) und vollendete einen Volleyschuss. Nach diesem fantastischen Tor tobten die 88.103 Zuschauer im Lusail Stadium.

Casemiro schwärmt von Richarlison

„Wahnsinn, davon träumt man als Kind, an so einem Ort so ein Tor zu schießen“, sagte der zweifache Torschütze. „Wir haben es geschafft, in der zweiten Halbzeit den Spieß umzudrehen und das Spiel zu entscheiden. Ich hatte Angst, überhaupt nicht hierher zu kommen“, sagte der lange verletzte Stürmer. „Richarlison ist ein brillanter Stürmer, ein großartiger Spieler. Aber er allein ist nicht wichtig, jeder ist wichtig“, sagte Casemiro.

Schon die Aufstellung zeigte, über welche Offensivpower die Brasilianer verfügen. Neymar, Vinicius Júnior, Raphinha, Richarlison und Lucas Paquetá – fünf Ausnahmespieler mit klarem Angriffsfokus standen in der Startelf. Aber wenn etwas vorwärts ging, dann zunächst nicht über ihre individuelle Klasse, sondern über die Schnittstelle. Sonst war die kompakte Abwehr der Serben kaum zu überwinden.

Serbien-Offensive ohne Akzente

Zwei geniale Vertikalpässe von Casemiro und Kapitän Thiago Silva konnten die Europäer im ersten Durchgang gerade noch abwehren. Ebenso der Versuch von Neymar (13.), der eine Ecke ins Tor schlenzen wollte. So blieb es zunächst bei den wiederholten Versuchen, das serbische Bollwerk zu durchbrechen. Raphinha (35.) hatte die beste Chance dazu, nachdem eine feine Kombination schon durch war – doch Torhüterin Vanja Milinkovic-Savic scheiterte.

Serbien beschränkte sich auf das, was Serbien besonders gut kann: unangenehm sein. Die Seleção dominierte das Spiel, bekam aber nichts geschenkt. Ohne den verletzten Ex-Frankfurter Filip Kostic fehlte den Serben die Kraft, nach vorne zu kommen. Sie fanden entgegen der Ankündigung kaum offensiv statt. Doch im Spiel gegen den Ball brachte die Mannschaft von Trainer Dragan Stojkovic alles ins Spiel. Sie zerrten, zerrten, grätschten und kämpften: Wenn die Brasilianer eine Lücke finden wollten, mussten sie extrem gut passen. Oder auf Fehler der Serben hoffen.

In der zweiten Halbzeit war noch keine Minute gespielt, als genau das passierte. Nemanja Gudelj verlor kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball, der erneut bei Raphinha landete – doch erneut kam der Angreifer des FC Barcelona nicht am Keeper vorbei. Aber Brasilien kam näher. Ein wuchtiger Distanzschuss von Linksverteidiger Alex Sandro (60.) ging nur an den Innenpfosten. Doch dann blockte Milinkovic-Savic einen Versuch von Vinicius Júnior direkt vor den Füßen von Richarlison und der Stürmer von Tottenham Hotspur verwandelte aus kurzer Distanz.

Neymar wenig zu sehen

Von Neymar war dagegen nicht viel zu sehen. Der Superstar von Paris Saint-Germain hatte jedoch Probleme. Doch mal verzettelte er sich in einem Dribbling, mal nahm er den Ball nicht an. Auch für den letzten Pass entschied sich der 30-Jährige mehrfach zu spät. Aber das war heute Abend egal. Weil andere die Kontrolle über die Brasilianer übernahmen. Allen voran der starke Casemiro, der das Mittelfeld der Seleção dirigierte. Und natürlich Richarlison.

Als Vinicius Júnior erneut über die linke Flanke dribbelte, fand er den 25-jährigen Stürmer im Zentrum. Er legte den Ball selbst hoch, drehte sich zur Seite – und schoss ihn dann mit einem Seitenzug volley ins Netz.

dpa

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