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„Fragwürdiger“ Stil im DOSB: Hörmanns „Angstkultur“ soll ungestraft bleiben

„Fragwürdiger“ Stil im DOSB
Hörmanns „Kultur der Angst“ soll ungestraft bleiben

Ein anonymer Brief wirft Alfons Hörmann vor, als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes eine „Kultur der Angst“ zu verbreiten. Die DOSB-Spitze reagiert – vor allem aber mit der Verfolgung der Autoren. Eine Untersuchung stellt nun fest, dass sich Hörmann falsch verhalten hat.

Das Vorgehen der ehemaligen Führungsspitze des Deutschen Olympischen Sportbundes um Ex-Präsident Alfons Hörmann weise offenbar „kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten“ auf, sei aber „fragwürdig“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kommission unter Leitung der ehemaligen DOSB-Vizepräsidentin Christa Thiel und des ehemaligen Richters am Bundesgerichtshof Clemens Basdorf.

Hörmann wurde im Dezember 2021 von Thomas Weikert als DOSB-Chef abgelöst. Der 61-Jährige hatte über ein anonymes Schreiben von Mitarbeitern die Konsequenzen aus der Affäre gezogen und sich entschieden, nach acht Jahren im Amt nicht zu kandidieren. In dem Schreiben wurde ihm auch vorgeworfen, in der DOSB-Zentrale eine „Kultur der Angst“ zu schüren. Die Ermittlungen befassten sich auch mit dem Verhalten der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker.

Im Mittelpunkt steht die Aufarbeitung des anonymen Schreibens, das stellvertretend für die DOSB-Mitarbeiter Hörmanns Führungsstil kritisiert und eine „Kultur der Angst“ im Verband konstatiert. Nach Veröffentlichung dieses Schreibens ließ die DOSB-Leitung zwei Sprachgutachten erstellen, um den Verfasser ausfindig zu machen. Es kam der Verdacht auf, dass das ehemalige DOSB-Vorstandsmitglied Karin Fehres die Urheberin war. Dieser wurde daraufhin unter Druck gesetzt, die Urheberschaft einzugestehen – andernfalls drohten rechtliche Schritte. Fehres wies den Vorwurf zurück und machte den Vorgang öffentlich.

„Der Führungsstil von Präsident Hörmann (…) war im Hinblick auf den von Satzung und Good-Governance-Regeln geforderten respektvollen Umgang fragwürdig Gesamtkrise: Angemessene Selbstkritik und Reformbereitschaft wurden nicht ausreichend kommuniziert“, heißt es in dem Bericht.

„Auch mit etwas Abstand bin ich der Meinung, dass wir als ehemaliges Führungsteam des DOSB einen organisatorisch gut aufgestellten und wirtschaftlich gesunden Verband übergeben haben. Gemeinsam haben wir viel Positives für den Sport erreichen können.“ Deutschland in den vergangenen acht Jahren“, kommentierte Hörmann den Bericht. „Ich kann verstehen, dass einige unserer Entscheidungen in diesen schwierigen Zeiten nicht immer angenehm und ohne entsprechende Hintergrundinformationen teilweise schwer nachvollziehbar waren.“ Aber er war immer mit der Sache beschäftigt.