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Deutschland Nachrichten

FIFA WM 2022: Brasilien gewinnt 2:0 gegen Serbien


Stand: 24.11.2022 22:14 Uhr

Titelkandidat Brasilien hat die erste Feuerprobe der WM gegen Serbien erfolgreich bestanden. Doppelpacker Richarlison war beim 2:0 (0:0)-Erfolg der Held des Abends – und beeindruckte vor allem mit seinem zweiten Treffer.

Fallrückzieher von Richarlison und 1:0 für Brasilien

24.11.2022 22:15 Uhr

In den ersten 20 Minuten bekam das brasilianische Team einen Eindruck davon, wie schwierig die Aufgabe gegen Serbien werden wird. Den Selecao-Stars wurde kein Raum gegeben, um ihre technischen Stärken auszuspielen, das intensive Spiel wurde immer wieder durch Fouls unterbrochen und vor den Toren passierte bis dahin gar nichts (beide Mannschaften ohne Schussversuch).

Casemiro brachte als erster Spieler den Ball auf das serbische Tor. Sein Distanzschuss stellte Keeper Vanja Milinkovic-Savic vor keine großen Probleme (21.). Seine Klasse musste er in der 27. Minute unter Beweis stellen, als Vinicius Junior mit einem Steilpass in Szene gesetzt wurde, als der herauseilende Turiner Schlussmann den Ball im letzten Moment noch wegspionieren konnte.

Vorne mit Schwierigkeiten, hinten ohne Probleme

Brasilien fand nun mehr Mittel gegen das serbische Bollwerk, vor allem gewann es etwas mehr Tempo im eigenen, bis dahin eher schleppenden Spiel. Doch in der letzten Reihe konnte die starke serbische Dreierkette um Milos Veljkovic (SV Werder Bremen) die Angriffe des Titelfavoriten immer wieder abwehren. Und beim Kombinieren der Brasilianer fehlte die Präzision, wie bei Raphinhas Schuss direkt auf Milinkovic-Savic (35.).

So ausbaufähig die Offensivleistung der Selecao war, so lobenswert ist die Defensive. Die gegnerischen Angriffe wurden meist schon früh durch das aggressive Pressing unterbrochen, in letzter Reihe überzeugten die Routiniers Marquinhos und Thiago Silva, der mit 38 Jahren mittlerweile älteste Brasilianer der WM-Geschichte, mit starkem Stellungsspiel.

Erst rettet der Torwart, dann der Pfosten

Das zeigte auch Milinkovic-Savic, als die zweite Halbzeit erst wenige Sekunden alt war. Nach einem haarsträubenden Ballverlust von Nemanja Gudelj tauchte Raphinha frei vor dem serbischen Schlussmann auf, der auch Brasiliens bisher beste Torchance abwehren konnte (46.). Bei der ersten echten Chance von Neymar musste Milinkovic-Savic jedoch nicht eingreifen – der Selecao-Superstar verfehlte eine Hereingabe von Vinicius Junior deutlich (55.).

In der 60. Minute wurde der serbische Schlussmann zum ersten Mal geschlagen. Ein fulminanter Linksschuss von Außenverteidiger Alex Sandro traf nur den Pfosten – Milinkovic-Savic wäre machtlos gewesen (60.). Es war die größte Chance eines einseitigen Spiels und ein Beweis dafür, dass Brasilien trotz Überlegenheit nun auch Gefahr entwickelte.

Richarlison erfüllt den Job eines Mittelstürmers

Zu diesem Zeitpunkt waren die Zahlen eindeutig: 58 Prozent Ballbesitz, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 14:1 Torschüsse – nur das Erfolgserlebnis fehlte. Allerdings kam das beim 16. Versuch. Vinicius Junior zwang Milinkovic-Savic zu einem weiteren Kunststück, doch Mittelstürmer Richarlison schoss den Ball aus vier Metern ins leere Tor – der überfällige 1:0-Erfolg für Brasilien (63.). Es war erst der 20. Ballkontakt des 25-Jährigen, kein Feldspieler hatte weniger.

Erst dann wurde es im brasilianischen Strafraum turbulent. Nach einem Eckball wurde das Spielgerät mehrfach gefährlich vor das Tor gebracht, doch Marquinhos konnte zweimal kurz vor der Linie klären (70.).

72 Minuten lang dominierte Brasilien, spielte ruhig, zeigte Klasse, ohne zu glänzen – und zeigte dann die große Kunst des Fußballs. Vinicius Junior flankte mit dem Außenrist, Richarlison stoppte den Ball mit dem linken Fuß in der Luft, drehte sich für einen Seitenstoß direkt in die Luft und knallte den Ball mit der rechten ins Netz. Das bisher schönste WM-Tor, der zweite Treffer für Richarlison, die Vorentscheidung für Brasilien.

Coach Tite will den Titel verabschieden

Nach überzeugenden Auftritten von England (6:2 gegen Iran), Frankreich (4:1 gegen Australien) und Spanien (7:0 gegen Costa Rica) zeigte die vierte Mannschaft Brasilien, warum sie zu den größten Anwärtern auf den WM-Titel zählt . 20 Jahre nach dem Turniersieg in Japan und Südkorea soll es in Katar endlich klappen – auch für Trainer Tite. Nach sechseinhalb Jahren geht der 61-Jährige nach der WM in den Ruhestand. Die Amtszeit soll mit dem sechsten Titel des Rekordweltmeisters enden.

Und auf dem Weg dorthin will Brasilien offensichtlich etwas bieten. Fast hätte Casemiro das zweite Traumtor des Abends erzielt. Sein Schuss aus 22 Metern ging jedoch einige Zentimeter zu hoch und traf die Latte (81.). Kurz darauf musste Milinkovic-Savic einen Distanzschuss von Antony abwehren (83.).

Es war das letzte Mal, dass er eingreifen musste. Abgesehen von den kleinen Ungenauigkeiten im brasilianischen Tor war der Schlussmann der einzige Grund, warum der Favorit keinen haushohen Sieg, sondern „nur“ ein 2:0 errang. Neben der Chancenbewertung gab es noch einen Wermutstropfen. Neymar musste verletzt ausgewechselt werden und humpelte mit einem stark geschwollenen Knöchel in die Umkleidekabine.

Quelle: sportschau.de

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