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FIFA und IOC – Neue Sponsoren, andere Kräfteverhältnisse


Bei der FIFA und auch beim IOC ist zu beobachten, dass sich die Zusammensetzung der Sponsoren in den letzten Jahren sukzessive verändert hat. Staatskonzerne und Energiekonzerne gewinnen an Einfluss. Bei der FIFA sind beispielsweise der chinesische Konzern Wanda, Quatar Energy und Quatar Airways drei der Top-Sponsoren, die aus autokratisch regierten Ländern kommen.

Sponsoren aus Ländern mit autokratischen Strukturen verfolgten mit ihrem Engagement nicht nur die Werbewirksamkeit ihrer Produkte, sondern auch geopolitische Interessen. Sie suchten nach institutioneller Macht und genau das passiert gerade, sagt Sportökonom Henning Vöpel, Direktor des Zentrums für Europäische Politik. Der Einfluss autokratisch regierter Länder in den Gremien nimmt zu. „So wie Fifa und IOC diesen Ländern ein Stück näher kommen, gibt es gleichzeitig eine Entfremdung von den klassischen Märkten“, sagt Vöpel. Sponsoren aus Europa fragten sich zunehmend, ob dies noch ihre Veranstaltung sei, um sie moralisch und moralisch zu vertreten. Dieses Auseinanderdriften ist eine problematische Entwicklung.

FIFA und IOC – Neue Sponsoren, andere Kräfteverhältnisse

Henning Vöpel, Direktor des Centrums für Europäische Politik (cep) (dpa/picture alliance/Christian Charisius)

Sportorganisationen „radikalisieren“ sich

Gleichzeitig müssen FIFA und IOC auch die Einheit des Sports im Auge behalten und den Spagat schaffen, alle unter dem Dach des Sports zu vereinen. Ein Umstand, mit dem Politiker nun offensichtlich immer mehr Probleme haben. Die Erwartung des Sports ist es, das zu können. In der Realität zeigt sich aber, dass die Sportinstitutionen radikaler werden – auch daran, dass sie den Druck der klassischen Märkte spüren, aber wirtschaftlich immer weniger von ihnen abhängig sind. Die Beteiligten würden „gleichzeitig gezogen und getrieben“.

Die sportlichen und beruflichen Schwerpunkte liegen aber nach wie vor in den europäischen Ligen und in Südamerika und das ist ein starker Faktor. Die sportliche Qualität und Sinnhaftigkeit von Turnieren hängen von diesen Ländern ab und im Zuge der Entfremdung besteht die Gefahr, dass sich Länder zu einem neuen Verband zusammenschließen.