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Experten: WHO sollte Klimakrise als Gesundheitsnotstand einstufen


Experten: WHO sollte Klimakrise als Gesundheitsnotstand einstufen

Stand: 26. Oktober 2023 12:39 Uhr

In mehr als 200 Fachzeitschriften haben Wissenschaftler die WHO aufgefordert, die Klimakrise als gesundheitlichen Notfall anzuerkennen. Der Klimawandel fördert unter anderem die Verbreitung von Krankheiten und erschwert die Nahrungsbeschaffung.

Wissenschaftler haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgefordert, die Klimakrise als globalen Gesundheitsnotstand einzustufen. Bis zur nächsten Weltgesundheitsversammlung im Frühjahr 2024 haben mehr als 200 wissenschaftliche Fachzeitschriften zeitgleich dazu aufgerufen. Darunter sind renommierte Zeitschriften wie „The Lancet“ und „The British Medical Journal“.

Es sei ein gefährlicher Fehler, Klima- und Naturkrise getrennt zu betrachten, heißt es in dem Aufruf. Die menschliche Gesundheit wird sowohl durch die Klimakrise als auch durch den Verlust der Artenvielfalt direkt geschädigt. „Diese unteilbare globale Krise wird erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, da soziale und wirtschaftliche Systeme gestört werden“, schreiben die Autoren.

Krankheiten und Mangel an Wasser und Nahrung

Der Klimawandel führe zu „einem Mangel an Land, Unterkünften, Nahrung und Wasser“. Dies habe erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und verstärke die Armut, „was wiederum zu Massenmigration und Konflikten führen wird.“

Steigende Temperaturen und extreme Wetterbedingungen würden auch zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten beitragen. Umweltverschmutzung schädigt die Trinkwasserquellen und die Versauerung der Meere macht Fisch für den Verzehr seltener. Der Rückgang der Artenvielfalt macht es schwieriger, die Menschheit gesund zu ernähren.

Der zunehmende Siedlungs- und Agrarbau sowie das Vordringen in bisher naturbelassene Gebiete bringen die Menschen zudem in engeren Kontakt mit Zehntausenden Arten. Dadurch steigt das Risiko, dass Krankheiten oder Parasiten auf den Menschen übertragen werden.

„Ökosysteme sind weiter an den Rand des Abgrunds gedrängt“

Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass viele Beschlüsse der Weltklimakonferenzen nicht eingehalten werden. „Dies hat dazu geführt, dass Ökosysteme weiter an den Rand des Abgrunds gedrängt wurden, was das Risiko, ‚Tipping Points‘ zu erreichen – abrupte Zusammenbrüche der Natur – deutlich erhöht“, schreiben sie. „Wenn diese Ereignisse eintreten würden, wären die Auswirkungen auf die globale Gesundheit katastrophal.“

Gesundheitsfachkräfte müssen hart daran arbeiten, die biologische Vielfalt wiederherzustellen und den Klimawandel zum Wohle der Gesundheit anzugehen, forderten die Autoren in dem Brief. „Politische Entscheidungsträger müssen sowohl die ernsthaften Gesundheitsbedrohungen erkennen, die von der globalen Krise ausgehen, als auch die gesundheitlichen Vorteile erkennen, die sich aus der Bewältigung der Krise ergeben können.“

Die Ausrufung eines Gesundheitsnotstands ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Das hat sie zum Beispiel bei der Corona-Pandemie getan. Darin werden alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, Informationen auszutauschen und alles zu tun, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Ausrufung des Ausnahmezustands hat keine konkreten Auswirkungen. Die WHO kann einem Land nicht vorschreiben, welche Maßnahmen es ergreifen soll. Darüber entscheiden die Länder selbst.

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