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Experten rechnen angesichts der Krise mit Insolvenzen.


Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im November leicht gestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag wurden im November 1,2 Prozent mehr Standardinsolvenzen beantragt als im Oktober. Damals war die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum September bereits um 18,4 Prozent gestiegen. Die Statistiker betonten, dass die Insolvenzanträge oft mit mehrmonatiger Verzögerung in die Statistik eingehen. Experten rechnen wegen der Wirtschaftskrise mit weiteren Insolvenzen.

Von Januar bis September meldeten die deutschen Landgerichte 10.643 Insolvenzen. Das waren 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Gerichte schätzten die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf knapp 10,8 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 45,5 Milliarden Euro, da mehr Großunternehmen pleite gingen. Die meisten Firmeninsolvenzen gab es im Baugewerbe und im Handel.

In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die Verbraucherinsolvenzen um fast ein Fünftel (minus 18,6 Prozent) stark zurück. Allerdings spiegelt sich hier eine Gesetzesänderung im Oktober 2020 wider, die eine Restschuldbefreiung nach drei statt sechs Jahren ermöglichte. Etliche Betroffene hatten daher mit ihrem Insolvenzantrag abgewartet, um von der Neuregelung zu profitieren. Der Nachholeffekt scheine inzwischen beendet zu sein, teilte das Amt mit.

Um eine Pleitewelle bei Unternehmen wegen der Corona-Pandemie zu vermeiden, hatte der Staat die Insolvenzantragspflicht bei Vorliegen einer Überschuldung vorübergehend ausgesetzt. Seit Mai 2021 gilt die Antragspflicht wieder. Ausnahmen von der Antragspflicht gab es auch infolge des Hochwassers in Westdeutschland im Juli 2021. Hier wurde die Insolvenzantragspflicht bis Januar 2022 ausgesetzt.