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Ex-Wirecard-Chef Markus Braun soll mehr als drei Milliarden Euro an Geschäftspartner und Banken verloren haben


Im Wirecard-Prozess wies die Verteidigung des angeklagten Ex-CEO Markus Braun die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft kategorisch zurück. Rechtsanwalt Alfred Dierlamm forderte am Montag vor dem Landgericht München I die Einstellung des Verfahrens und warf der Staatsanwaltschaft schwere Ermittlungsfehler vor.

„Das Vorurteil gegen Doktor Braun ist so einzigartig wie prägend für diesen Prozess.“ Die Verteidigung griff den Kronzeugen der Staatsanwaltschaft als völlig unglaubwürdig an und warf ihm vor, der Hauptschuldige zu sein.

Dem Manager wird gemeinsam mit zwei weiteren ehemaligen Wirecard-Managern vorgeworfen, Banken und andere Kreditgeber mit Hilfe von Scheingeschäften um mehr als drei Milliarden Euro betrogen zu haben. Verteidiger Dierlamm sagte, Braun habe an das Unternehmen geglaubt und kurz vor dem Zusammenbruch des Konzerns Wirecard-Aktien für 2,5 Millionen Euro gekauft. „Es ist eine seltsame und absurde Vorstellung, dass ein Gangster so handeln würde.“

Nach Angaben des Verteidigers hat keiner der 450 befragten Zeugen Braun angeklagt. Es gebe keine E-Mail, keine Chat-Nachricht, die beweise, dass Braun ein Täter war, sagte Dierlamm. Der Anwalt warf seinerseits Oliver Bellenhaus, dem mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Geschäftsführer in Dubai, vor, an der Veruntreuung von Milliardenbeträgen mitgewirkt zu haben. „Herr Braun taucht in diesen Schattenstrukturen in keiner Weise auf.“

Die Vierte Strafkammer des Landgerichts München I hat das Verfahren vergangene Woche eröffnet. Gut 100 Tage hat das Gericht für den Prozess angesetzt, der Prozess soll bis 2024 dauern.