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Erste private Mission: Japan-Lander startet zum Mond


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Eine SpaceX Falcon 9-Rakete nach dem Start. © John Raoux/AP/dpa

Nach Rückschlägen könnte die Stunde der privaten Raumfahrt zum Mond geschlagen haben: Ein japanisches Unternehmen schickte einen Lander auf den Weg – bei Erfolg wäre es die erste private Mondmission.

Cape Canaveral/Tokio – Eine Rakete mit einem kommerziellen japanischen Mondlandegerät ist in Richtung Mond gestartet. Bei Erfolg wäre es die weltweit erste private Mondmission. Die SpaceX Falcon 9-Rakete von Elon Musk ist am Sonntag vom Cape Canaveral Cosmodrome in Florida abgehoben. Sie brachte den Lander „Hakuto-R“ der japanischen Firma ispace auf den Weg zum Mond.

Raketenstart
Eine Falcon-9-Rakete von SpaceX startet von Cape Canaveral. © John Raoux/AP/dpa

Aufgrund der treibstoffeffizienten Route, die die Schwerkraft der Erde und der Sonne für den Antrieb nutzt, wird es voraussichtlich bis Ende April dauern, bis der Lander dort aufsetzt. Zwei amerikanische Konkurrenten wollen Anfang nächsten Jahres einen direkteren Weg zum Mond nehmen. Sollte ihnen das auch gelingen, könnten sie sogar früher als „Hakuto-R“ dort ankommen.

Es ist nicht der erste Versuch einer privaten Mondmission. So schoss die israelische Non-Profit-Organisation Space IL die Beresheet-Sonde in Richtung Mond, scheiterte aber 2019 kurz vor der Ziellinie. Beim Landemanöver fiel ein wichtiger Motor des Raumfahrzeugs aus und die Kommunikation mit dem Raumschiff ging verloren. Am Ende stürzte sie auf dem Mond ab. Nun versuchen es die Japaner, nachdem ihre „Hakuto-R“-Mission mehrfach verschoben werden musste.

Der Mondlander verliert unterwegs an Gewicht

Hakuto bedeutet auf Japanisch „weißes Kaninchen“, das in der japanischen Mythologie auf dem Mond lebte. Das „R“ steht für Englisch reboot, Neustart. Rund 1000 Kilogramm wog der mit ausgefahrenen Landebeinen 2,3 Meter hohe und 2,6 Meter breite Mondlander beim Start. Da es sich dabei jedoch größtenteils um Treibstoff handelt, der unterwegs verbrannt wird, wird der Lander bei der Landung auf dem Mond nur 340 Kilogramm wiegen. Es kann 30 Kilogramm Fracht transportieren.

Nach der Ankunft wird Hakuto-R voraussichtlich etwa zwei Wochen im Orbit verbringen und es mit jedem Orbit näher an die Oberfläche bringen. Wenn alles gut geht, wird Hakuto-R, das in Ottobrunn bei München getestet wurde, schließlich sanft in einem Gebiet namens Atlas-Krater aufsetzen. Er hat internationale Fracht an Bord, darunter einen kleinen Rover aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und einen noch kleineren zweirädrigen Roboter der staatlichen japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa.

Raketenstart
Eine Rakete mit zwei Mondfahrzeugen aus Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist in Richtung Mond gestartet. © John Raoux/AP/dpa

Bislang ist es nur staatlichen Programmen gelungen, auf dem Mond zu landen. Die Erforschung des Mondes begann in den 1950er Jahren während des Kalten Krieges als hitzige Konkurrenz zwischen den Vereinigten Staaten und der ehemaligen Sowjetunion. 1959 landeten die Sowjets eine unbemannte Sonde auf der Mondoberfläche. Zehn Jahre später gelang den USA der Start der ersten bemannten Mission Apollo 11. Vor zwei Jahren konnte auch China eine Kapsel zum Mond schicken und Gesteinsproben entnehmen. Mit der Artemis-Mission der USA sollen nun nach langer Pause wieder Menschen zum Mond fliegen. Die – noch unbemannte – Raumkapsel „Orion“, die im Rahmen der Mission „Artemis 1“ den Mond umrundet hat, soll voraussichtlich am Sonntag zur Erde zurückkehren. Einem ersten bemannten Flug („Artemis 2“) um den Mond soll ein weiterer bemannter Flug inklusive Mondlandung („Artemis 3“) folgen.

Viele Versuche ohne Erfolg

Auch private Unternehmen wollen seit Jahren auf dem Mond landen. Zu diesem Zweck hat der US-Technologieriese Google 2007 den „Google Lunar X“-Preis für die erste Mondlandung eines Nichtregierungsteams ausgeschrieben. Auch das „Hakuto“-Team war dabei. Aber bis zum Ende der Frist 2018 hat niemand das Ziel erreicht.

Mit „Hakuto-R“ unternahmen die Japaner daraufhin einen „Reboot“, einen neuen Anlauf. Wenn ihre Mission M1 gelingt, wäre es weltweit das erste Mal, dass ein privates Unternehmen mit ispace auf dem Mond landet. Allerdings steht die Konkurrenz bereits in den Startlöchern: Die US-Firmen Astrobotic und Intuitive Machines planen mit ihren Landern einen direkteren Weg zum Mond und könnten damit „Hakuto-R“ zuvorkommen. Der Gründer und Chef von ispace, Takeshi Hakamada, sieht das jedoch gelassen: „Uns ist eigentlich egal, wer zuerst landet“, sagte er dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“. „Unsere Vision ist es, ein wirtschaftlich tragfähiges Mondökosystem zu schaffen.“

Ispace plant zunächst, 2024 einen weiteren Mondlander mit eigenem Rover und 2025 einen großen Lander zu starten. Ein Ziel des Unternehmens ist das Geschäft mit dem Transport von Gütern zur Mondoberfläche. Für 2040 hat Hakamada jedoch eine andere Vision: Eine kleine Stadt auf dem Mond namens „Moon Valley“ mit 1.000 Einwohnern, inklusive Infrastruktur und Industrie, wie ein Video auf der Website des Unternehmens zeigt. Nach der Vision der Japaner soll die Mondstadt jährlich rund 10.000 Besucher anziehen. dpa

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