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Energiekrise: Habeck hält Weiterbetrieb von Atomkraftwerken für notwendig


Stand: 27.09.2022 19:09 Uhr

Wirtschaftsminister Habeck geht davon aus, dass die beiden Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim bis April 2023 am Netz bleiben müssen. Hintergrund sind die Prognosen zur Stromproduktion französischer Atomkraftwerke.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Robert Habeck ist davon auszugehen, dass zwei Kernkraftwerke in Deutschland über das Jahresende hinaus in Betrieb bleiben. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die „Reserve“ gezogen wird und auch die Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 ans Netz gehen.

Gemeinsam mit den Betreibern der Kernkraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg habe sich sein Ministerium auf die Eckpunkte zur Umsetzung der geplanten Einsatzreserve verständigt, erklärte er. Diese sollen bis Ende Oktober in Gesetze gegossen werden. Um die Reserve zu ermöglichen, würden die Betreiber nun alles Notwendige tun, damit die Anlagen spätestens über den 31.12.2023 hinaus weiter betrieben werden könnten.

Nach dem Ende ihrer regulären Betriebsdauer am 31. Dezember 2022 sollen die beiden Kernkraftwerke in eine Betriebsreserve überführt werden. Sie sind bereit, einen drohenden Stromnetzengpass in Süddeutschland zu verhindern. Im Oktober soll ein Leck im Kernkraftwerk Isar 2 repariert werden. Das Kernkraftwerk Neckarwestheim wird Anfang 2023 „umgebaut“ und steht dann auch zur Verfügung. Das dritte noch aktive Kernkraftwerk im Emsland soll nicht Teil dieser Notreserve sein und bis Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Martin Polansky, ARD Berlin, mit Informationen zur Pressekonferenz von Bundeswirtschaftsminister Habeck

tagesschau24 19:00 Uhr, 27.9.2022

Prekäre Situation in Frankreich

Hauptgrund für die Entscheidung ist die angespannte Lage auf dem Strommarkt, die stark mit der fehlenden Produktion in Frankreich zusammenhängt – dort stehen derzeit viele Atomkraftwerke still. Dadurch fehle Strom, den Deutschland teilweise mit Strom aus Gaskraftwerken kompensiere, so Habeck. Wenn sich die Lage in Frankreich schlecht entwickelt, werden sich die Stressfaktoren für das deutsche Stromsystem verschärfen.

Habeck verwies auf einen französischen Stresstest des dortigen Übertragungsnetzbetreibers. Die Ergebnisse sind auch Grundlage für die Einschätzung der französischen Regierung. „Als Minister für Energiesicherheit muss ich daher sagen: Wenn sich diese Entwicklung nicht umkehrt, werden wir Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 am Netz lassen.“

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