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EM-Auslosung: Lahm macht Nagelsmanns Aufgabe schwieriger


Euro 2024
Trotz Losglück: Lahm legt den Finger in die Wunde und macht Nagelsmanns Aufgabe nicht einfacher

Julian Nagelsmann neben dem Europapokal: Es hätte schlimmer kommen können

© Christian Charisius / DPA

Mit der Schweiz, Ungarn und Schottland hat die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft schlagkräftige Gruppengegner. Doch für Bundestrainer Julian Nagelsmann bedeutet das kaum eine Erleichterung: Turnierdirektor Philipp Lahm erhöht den Druck weiter.

julianisch Nagelsmann gab hin und wieder Entwarnung. Nach der EM-Gruppenauslosung sagte der Bundestrainer zu den Journalisten, die sich in der Mixed-Zone der Hamburger Elbphilharmonie um ihn drängten, er habe nur eine „leichte Erkältung“, es sei nicht Corona und man müsse sich über die Einschätzung keine Sorgen machen .

Anschließend erzählte Nagelsmann noch einmal die Geschichte, dass er von München nach München gefahren sei Hamburg Gefahren. Aufgrund des Wintereinbruchs fielen zahlreiche Züge in Bayern aus und der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt. Also stieg Nagelsmann kurzerhand ins Auto, weil er sich die Auslosung nicht entgehen lassen wollte, und raste durch die verschneite Republik bis in den hohen Norden. Die Reise brachte ihm ein ausdrückliches Lob von Rudi Völler ein. Eigentlich wollten sie gemeinsam reisen, sagte der Direktor des DFB-Teams.

Für Julian Nagelsmann hätte es schlimmer kommen können

So marschierten die beiden, die das schwächelnde DFB-Team gemeinsam durch das Turnier führen sollen, über den roten Teppich in die große Halle der „Elphie“. Dort sahen sie zu, wie die Nationalmannschaft erneut Glück hatte. Bei der EM bleibt dem DFB-Team eine schwierige Gruppe erspart. “„Es ist keine Todesgruppe, aber es gibt auch keine wirklich schlechten Gegner“, fasste Nagelsmann das Ergebnis der Auslosung nüchtern zusammen: SchweizUngarn und Schottland, gegen die Deutschland das Eröffnungsspiel in München bestreiten wird, sind die Gegner in der Gruppe A.

Es hätte deutlich schlimmer kommen können. Im Vergleich zur Gruppe B (Spanien, Kroatien, Italien, Albanien) und Gruppe D (Niederlande, Österreich, Frankreich und ein Playoff-Qualifikationsspiel) ist Gruppe A auf dem Papier einfacher. Nagelsmanns Gesichtszüge hatten sich bereits während der Zeichnung auf der in blaues Licht getauchten Bühne merklich entspannt.

Das Ergebnis bedeutet für ihn und sein Team, dass sie etwas entspannter in das Turnier starten können, ohne gleich auf einen Gegner wie diesen zu treffen Italien, Niederlande oder Kroatien. Und wenn man bedenkt, dass die Erst-, Zweit- und vier besten Drittplatzierten weiterkommen, sollte die Angst vor einem frühen Scheitern zumindest geringer sein (obwohl das nicht unmöglich ist!).

Philipp Lahm: Die DFB-Elf hat keinen Kern

Für Nagelsmann könnte das in den nächsten Wochen eine kleine Erleichterung sein. Angesichts der enormen Aufgabe, die vor ihm liegt, hat sich der Abend in Hamburg gelohnt. Dennoch täuscht das Glück der Auslosung nicht darüber hinweg, dass die Schonsaison für den neuen Bundestrainer schneller vorbei ist als sonst. Die jüngsten Niederlagen gegen die Türkei und Österreich haben allen klar gemacht: Auch Nagelsmann wird länger brauchen, um eine zutiefst verunsicherte Mannschaft konkurrenzfähig zu machen. Die Zeit drängt: Bis zum Eröffnungsspiel am 14. Juni in München sind es nur noch drei Testspiele und sechs Monate.

Die große Auslosungsshow in Hamburg ließ uns nur kurz vergessen, dass der Druck auf den DFB von Tag zu Tag größer wird. Die Europameisterschaft soll ein großes Fest werden, ähnlich dem Sommermärchen. Dies kann nur gelingen, wenn die deutsche Mannschaft einigermaßen erfolgreich ist.

Es ist Turnierdirektor Philipp Lahm selbst, der nun damit begonnen hat, den Bundestrainer stärker in die Pflicht zu nehmen. Noch vor zwei Tagen kritisierte Lahm Nagelsmanns Aufstellungsexperimente. In Hamburg beklagte er erneut, dass er „keinen Kern“ in der Mannschaft sehe. Er warnte, dass die Deutschen „eine gefährliche Gruppe“ seien. Der Turnierdirektor will verhindern, dass die deutsche Mannschaft bei der EM in eine Krise gerät. Das wäre ein ziemlicher Dämpfer für die Stimmung im Land. So ließ sich Lahm vom Glück der Auslosung und einer glanzvollen Auslosungszeremonie nicht davon abbringen, den Finger in die Wunde zu legen. Aus seiner Sicht ist das verständlich. Aber es macht Nagelsmanns Aufgabe nicht einfacher.

So gesehen ist es für Nagelsmann Glückdass die nächsten Testspiele erst im März stattfinden werden. Zumindest kann er bis dahin nicht verlieren. Er weiß, dass er noch einiges tun muss, um die angeschlagene Mannschaft fit für die EM zu machen und kündigte Veränderungen an: Eine radikale Heilung werde es nicht geben, aber er habe „„Eine klare Meinung zu allen Spielern“. Entscheidungen würden „im Sinne der Sache“ getroffen, damit die Mannschaft „besseren Fußball“ spiele. Das klang entschlossen. Nagelsmann weiß, dass neben dem allgemeinen Erfolgsdruck jetzt auch Lahm aufatmet seinen Hals hinunter.