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Elektroauto: Das gewisse Etwas dank Solarzellen |  Wirtschaft |  DW


Über das Design kann man streiten, aber das Solarauto Aptera (Artikelbild) ist definitiv ein Hingucker. Und das ist nicht alles. Das Elektroauto aus dem sonnigen Kalifornien hat ein beachtliches Durchhaltevermögen und stellt mit einer Reichweite von bis zu 1600 Kilometern pro Batterieladung selbst den ausdauerndsten Diesel in den Schatten. Möglich wird dies durch sein geringes Gewicht von weniger als 1000 Kilogramm. Zudem lädt sich seine Batterie während der Fahrt und sogar im Stau über das Solardach auf.

Der kleine Flitzer mit drei Rädern beschleunigt je nach Akkukapazität in 3,5 bis 5,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Die Preise variieren – je nach Ausführung – zwischen knapp 26.000 und etwas über 50.000 US-Dollar, aber auch die Superrange wird geboten. Bei gutem Wetter speist die Solartechnik täglich Strom für eine Fahrt von bis zu 70 Kilometern in die Batterie.

Seine Praxistauglichkeit muss der Aptera bei der Erstauslieferung Ende des Jahres allerdings noch beweisen. Presseberichten zufolge gab es im Sommer bereits mehr als 20.000 Vorbestellungen.

Sono Motors Sion

Sono Motors präsentiert sein Modell Sion in New York

Familientauglich ist das Modell Sion von Sono Motors aus München. Die Solartechnik erhöht die Akku-Reichweite von rund 300 Kilometern laut Unternehmen um durchschnittlich gut 110 Kilometer pro Woche bei „typischen Wetterbedingungen“ (wohl gemeint in Deutschland) und um bis zu 240 Kilometer pro Woche bei anhaltendem Sonnenschein. Die Außenhaut des Sion besteht aus 456 Solarhalbzellen mit einer höheren Leistung als die üblichen Standardmodule. Die kompakte Familienkutsche beschleunigt in weniger als zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Der Fünftürer soll rund 30.000 Euro kosten und ab der zweiten Jahreshälfte 2023 verkauft werden. Produziert wird das Fahrzeug in Finnland. Sono Motors meldet mehr als 20.000 private Reservierungen für den sion mit einer durchschnittlichen Einzahlung von rund 2000 Euro. Flottenbetreiber haben sich rund 22.000 Vorbestellungen gesichert. Allein Finn, eine in Deutschland und den USA tätige Plattform für Abonnementautos, hat 12.000 Fahrzeuge vorbestellt.

Wie die meisten Startups hat Sono Motors seit seiner Gründung im Jahr 2016 finanziell gelitten. Durch Crowdfunding, Projekte im Blockchain- und Videospielbereich und den Börsengang im Herbst 2021 an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq kamen mehrere 100 Millionen Euro zusammen. Das mag für den Laien nach viel Geld klingen – ob es aber für ein besonders kapitalintensives Hardware-Start-up reicht, bleibt abzuwarten. Experten sind jedenfalls vom langen Atem des jungen Gründerteams beeindruckt.

Erste Erfolge zeigen sich bereits im Aufbau eines zweiten Standbeins. Sono Motors verkauft oder lizenziert seine Solarkits zur Nachrüstung von Bussen, Trailern und Lkw bereits an über 20 Unternehmen weltweit, darunter den Nutzfahrzeughersteller MAN und das Busnetz der Stadt München.

Lichtjahr 0

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Solarauto Lightyear 0 aus den Niederlanden

Das Start-up Lightyear aus den Niederlanden setzt mit seinem luxuriösen Modell auf maximale Reichweite bei minimalem Verbrauch Null alias 0. Die Null steht wohl für die Anzahl der beabsichtigten Stopps an der Ladesäule, denn diese sollte so gering wie möglich gehalten werden.

Das elegante, mehr als fünf Meter lange Fahrzeug im Coupé-Stil beeindruckt mit Rekordwerten in Sachen Aerodynamik. Das Gewicht von weniger als 1600 Kilogramm liegt deutlich unter dem vergleichbarer Autos. Rund fünf Quadratmeter der Karosserie wurden mit Solarzellen bestückt. Mehr als 600 Kilometer soll das Lightyear 0 mit einer Akkuladung fahren können. Dazu kommt Solarstrom für bis zu 50 Kilometer am Tag, eine Gesamtreichweite von 1000 Kilometern scheint erreichbar.

Die Fahrleistungen liegen aus Effizienzgründen unter den in der Oberklasse üblichen Standards. Die vier Radnaben-Elektromotoren leisten nur rund 132 kW/180 PS. Der Zero beschleunigt in zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt.

Eine limitierte Auflage des Lightyear 0 soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und richtet sich an absolute Liebhaber und technikaffine Kunden, die vor allem eines sein müssen – nämlich vermögend: Der Preis für das luxuriöse Sonnenauto liegt bei rund 300.000 Euro , deutlich günstiger Das Unternehmen plant bereits Modelle.

Squad Solar City Car

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Squad Solar City Car

Diese wurde ebenfalls in den Niederlanden entwickelt Squad Solar City Car, von ehemaligen Lightyear-Mitarbeitern. Den kompakten Stadtflitzer gibt es als Zwei- oder Viersitzer. Die Preise beginnen bei etwa 7000 Euro. Auch das nur zwei Meter lange und führerscheinfreie Kleinstauto wurde speziell für Sharing-Plattformen konzipiert.

Seine Batterien werden hauptsächlich vom Solarpanel auf dem Fahrzeugdach gespeist. Genügend Energie für bis zu 20 Kilometer pro Tag lässt sich so erzeugen. Die durchschnittliche Nutzung solcher Kleinstwagen liegt laut Hersteller bei 12 Kilometern pro Tag. Für eine größere Reichweite von bis zu 100 Kilometern können Sie die Akkus auch herausnehmen und zu Hause aufladen, sodass Sie keine spezielle Ladeinfrastruktur benötigen.

Auch für die Sicherheit der Insassen ist gesorgt: Eine vollwertige Sicherheitszelle ist zugleich Überrollkäfig und schützt so die Passagiere. Als Zweisitzer erreicht der Trupp eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, der Viersitzer soll bis zu 70 km/h schnell sein.

Praktisch: Räder und Reifen ragen vorne und hinten über die Karosserie hinaus und dienen als eine Art Stoßstange, mit der andere Fahrzeuge und Hindernisse im Stadtgebiet berührt werden können, ohne Schaden anzurichten. Außerdem können Sie an heißen Sommertagen die Türen einfach ausbauen und zu Hause lassen.

Für potenzielle Kunden stehen verschiedene Vorbestellmöglichkeiten für die mobile Einkaufstasche zur Verfügung. Die Squad-Produktion soll 2023 beginnen.

Toyota und Hyundai

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Toyota Prius Plug-in-Hybrid mit Solardach

Auch für den Toyota Prius Plug-in-Hybrid und den batterieelektrischen Hyundai Ioniq 5 sind Solarzellen als Sonderausstattung erhältlich. Die Solardächer der Fahrzeuge sind nicht so effektiv wie die der vorgestellten Solarautos, lassen aber immerhin einige Kilometer zu des autarken und emissionsfreien Fahrens im Alltag wird umweltfreundliche Sonnenenergie genutzt.

Mercedes EQXX

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Mercedes EQXX – Vollgepackt mit Innovationen

Dieses Auto wird so niemals zum Verkauf angeboten. Der Mercedes EQXX ist ein reines Forschungsfahrzeug, gnadenlos auf Effizienz getrimmt. Fahrkomfort und Bequemlichkeit spielen keine Rolle. Stattdessen sollen mit dem Fahrzeug neue Technologien erprobt werden, die später den Serienmodellen des deutschen Premiumherstellers zugute kommen.

Zum Beispiel der extrem geringe Luftwiderstand der windschnittigen Karosserie, die Leichtbauweise und die für ein Elektroauto leichte Batterie, die dennoch einen hohen Energiegehalt und damit starke Fahrleistungen bietet. Beeindruckend ist laut Mercedes die Ladezeit für eine Strecke von 300 Kilometern in nur 15 Minuten.

Mit einer vollgeladenen Batterie kommt man viel weiter: Im Frühjahr fuhren Journalisten im Rahmen einer PR-Aktion den Mercedes EQXX ohne Ladestopp über 1000 Kilometer von Stuttgart bis an die Côte d’Azur quer durch die Schweizer Alpen – den experimentellen Elektro Fahrzeug ist ein Reichweitenwunder.

Äußerlich ähnelt das Fahrzeug dem bereits oben vorgestellten Lightyear Zero vom jungen Gründerteam aus den Niederlanden. Auch im Dach des Mercedes EQXX sind Solarzellen verbaut, die die Reichweite erhöhen sollen.