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Wirtschaft und Börse

Ein wachsender Teil der Bevölkerung in Deutschland zweifelt an der Zukunftsfähigkeit des Landes.


Laut einer von der FAZ in Auftrag gegebenen Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie sind nur 31 Prozent davon überzeugt, dass sich Deutschland in den nächsten zehn Jahren gut entwickeln wird. Nur 39 Prozent glauben, dass Deutschland in zehn bis 15 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen gehören wird; vor fünf Jahren waren es noch 59 Prozent.

Nur 14 Prozent der Befragten glauben, dass Deutschland gestärkt aus den Krisen der vergangenen Jahre hervorgehen wird. Die Hälfte hat das Gefühl, dass vieles im Land nicht mehr richtig funktioniert. Bürger sehen die Gründe für die Fehlentwicklungen vor allem beim Staat. Während 63 Prozent die Modernität der deutschen Wirtschaft als hoch einschätzen, sagen nur 40 Prozent dasselbe über den Staat. 79 Prozent zufolge lähmt sich der Staat durch eine Vielzahl von Vorschriften und überbordende Bürokratie. Die Digitalisierung staatlicher Einrichtungen wird als unzureichend angesehen: 68 Prozent sagen dies zur öffentlichen Verwaltung, 61 Prozent zur technischen Ausstattung der Schulen. Nach Ansicht von 62 Prozent der Befragten bestehen Defizite in der Effizienz von Ämtern und Behörden. Ein besonders deutlicher Abwärtstrend ist bei der Einschätzung des Gesundheitssystems zu erkennen: 2017 sahen dort 81 Prozent eine besondere Stärke Deutschlands, jetzt sind es nur noch 60 Prozent. Der Anteil derer, die darin eine Schwachstelle sehen, hat sich von 18 auf 39 Prozent mehr als verdoppelt. Nur eine Minderheit hofft, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren ändern wird. Am größten ist die Zuversicht nach wie vor in die Digitalisierung der Verwaltung: 33 Prozent erwarten hier eine Verbesserung. In anderen Bereichen – etwa der Effizienz der Verwaltung, der Verkehrsinfrastruktur, dem Zustand der Schulen – sind die Erwartungen deutlich geringer. Nur 17 Prozent der Befragten trauen der Politik zu, die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. Diese negativen Zukunftserwartungen stehen im Widerspruch dazu, dass die Gegenwart von einer großen Mehrheit positiv gesehen wird. 83 Prozent sehen den Lebensstandard und die Lebensqualität als eine der Stärken Deutschlands.

dts Deutsche Textdienst Nachrichtenagentur GmbH



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