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Deutschland Nachrichten

Ehrung für Spitzenforscher: Nobelpreise in Stockholm verliehen


Stand: 10.12.2022 19:13 Uhr

Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte in Stockholm die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften und Literatur. Einer der glücklichen Gewinner arbeitet in Leipzig – und forscht an der Evolution des Menschen.

Der in Leipzig tätige Evolutionsforscher Svante Pääbo und weitere Preisträger wurden am Nachmittag mit den diesjährigen Nobelpreisen ausgezeichnet. In einer feierlichen Zeremonie in der Stockholmer Konzerthalle hat der schwedische König Carl XVI. Gustaf verlieh die begehrten Nobelmedaillen an insgesamt elf Preisträger. Die Namen der Preisträger wurden bereits Anfang Oktober von den jeweiligen Vergabeinstitutionen bekannt gegeben. Der Friedensnobelpreis wurde in einer separaten Zeremonie in Oslo überreicht.

„Dieses Jahr ist etwas Besonderes“, sagte der Vorsitzende der Nobel-Stiftung, Carl-Henrik Heldin, während der Stockholmer Zeremonie. Nachdem die Corona-Pandemie in den beiden Vorjahren größere Feiern verhindert hatte, kann die Bühne endlich wieder mit Nobelpreisträgern gefüllt werden. Unter anderem mit Blick auf den Ukrainekrieg, die Energiekrise und den fortschreitenden Klimawandel sagte er: „Angesichts dieser Vielzahl an Krisen und Herausforderungen braucht die Welt engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die unermüdlich nach der Wahrheit suchen und Grenzen verschieben unseres Wissens.“

Der Evolutionsforscher Svante Pääbo erhielt den Nobelpreis für Medizin für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution.

Bild: dpa

Auch die Preisträger der Vorjahre sind anwesend

Pääbo erhielt den diesjährigen Nobelpreis für Medizin für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und hat als erster Forscher unter anderem das Neandertaler-Genom sequenziert. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Suche nach genetischen Spuren aus ferner Vergangenheit, insbesondere von ausgestorbenen menschlichen Formen.

Hinter den diesjährigen Preisträgern standen auch zahlreiche Preisträger der beiden vorangegangenen Jahre auf der Bühne in Stockholm, die aufgrund der Pandemie 2020 und 2021 nicht nach Schweden kommen konnten. Unter ihnen waren zwei Deutsche, Benjamin List (Chemie 2021) und Reinhard Genzel (Physik 2020). Sie und die anderen zuvor versammelten Preisträger wurden jeweils mit Applaus sowie mit dem Musikstück „Laus Canticum“ geehrt, das die schwedische Komponistin Andrea Tarrodi ihr zu Ehren im Auftrag der Nobelstiftung geschrieben hatte.

US-Forscher erhält zum zweiten Mal Nobelpreis

Einer der diesjährigen Preisträger in der Kategorie Chemie kannte den Ablauf bei der Preisverleihung und dem anschließend geplanten Nobelbankett bereits: Der US-Forscher Barry Sharpless hatte bereits vor 21 Jahren den Nobelpreis für Chemie erhalten. Diesmal wurde er erneut in derselben Kategorie zusammen mit seiner Landsfrau Carolyn Bertozzi und dem Dänen Morten Meldal geehrt.

Der Nobelpreis für Physik ging an Alain Aspect, John Clauser und den Österreicher Anton Zeilinger, der für Wirtschaftswissenschaften an die Ökonomen Ben Bernanke, Douglas Diamond und Philip Dybvig. Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux erhielt den Nobelpreis für Literatur.

Die Nobelpreise gehen auf den Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Sie werden traditionell am Todestag Nobels, dem 10. Dezember, überreicht – der Friedensnobelpreis als einziger in Oslo, alle anderen in Stockholm. Der Preis ist auch in diesem Jahr wieder mit einem Preisgeld von zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 920.000 Euro) pro Kategorie dotiert.

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