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Die Zahl geht weiter zurück: Immer weniger Apotheken in Deutschland


Stand: 25.11.2022 11:36 Uhr

In den ersten neun Monaten des Jahres war die Zahl der Apotheken in Deutschland weiter rückläufig. Damit setzt sich ein seit 2008 andauernder Trend fort. Die Apothekerverbände schlagen Alarm.

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im Jahr 2022 weiter geschrumpft. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gab es in den ersten neun Monaten des Jahres rund ein Drittel mehr Schließungen als im Vorjahreszeitraum.

Demnach wurden bis Ende September 285 Apotheken mehr geschlossen als neu eröffnet. 2021 waren es im gleichen Zeitraum 218 Schließungen. Laut ABDA gibt es in Deutschland derzeit 18.176 Apotheken. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening sieht einen Grund für die anhaltende Schließungswelle in der wirtschaftlichen Lage vieler Apotheken.

„Sie spüren täglich die Auswirkungen der hohen Inflation und der Energiepreise. Die hohe Bürokratie, der Mangel an Nachwuchs“, all das mache es zunehmend schwieriger, die wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten zukünftig sicherzustellen, sagt Overwiening.

Viele Herausforderungen für Apotheken

Das Hauptproblem vieler Apotheken sind nicht sinkende Einnahmen. Im Jahr 2008, als in Deutschland 21.602 Apotheken geöffnet waren, lag der Umsatz pro Filiale bei rund 1,7 Millionen Euro. Bis 2021 stieg diese Summe auf rund drei Millionen Euro. Bisher macht der Online-Handel mit Arzneimitteln nur einen Teil dessen aus, was in den Apotheken vor Ort verkauft wird.

Rund 59 Milliarden Euro setzte die Branche im letzten Erhebungsjahr 2020 um. Der Branchenverband ABDA sieht eine Verlagerung des Geschäfts ins Internet. Der Marktanteil der Versandapotheken bei rezeptfreien Arzneimitteln ist auf 16,4 Prozent gestiegen.

Viele Schließungen aufgrund von Personalmangel

Apothekenbetreiber sorgen sich vor allem um den Personalmangel. Viele Apotheken, die schließen, haben keinen Nachfolger gefunden. Die Bürokratie ist in den letzten Jahren immer weiter gewachsen, nicht aber die Vergütung.

Zudem würden die derzeitigen Regelungen zum Rettungsdienst im ländlichen Raum ein großes Problem für die Personalgewinnung darstellen, kritisierte der Präsident der Bayerischen Apothekerkammer Thomas Benkert bei einer Sitzung in München. Die Entfernung zur nächsten Apotheke mit Notdienst muss laut Benkert für ländliche Gebiete auf 30 Kilometer erhöht werden, um am Wochenende mit weniger Nacht- und Notdiensten von Mitarbeitern zu rechnen.

Auch Insolvenzen von Zahlungsdienstleistern sorgen weiterhin für Ärger

Im Sommer 2020 ging der Dienstleister AvP, der in rund 3.000 Apotheken für die Abrechnung von Rezepten zuständig war, in die Insolvenz. Vermutlich auch wegen Untreue von Führungskräften, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Zwei Monatsrechnungen wurden vielen Apotheken nicht ausbezahlt – das bedeutete oft einen Verlust in sechsstelliger Höhe.

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