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Deutschland Nachrichten

Die Wartezeiten nehmen deutlich zu: Der Fachkräftemangel im Handwerk verschärft sich

Die Wartezeit verlängert sich erheblich
Der Fachkräftemangel im Handwerk verschärft sich

Der Fachkräftemangel breitet sich seit Jahren auch im Handwerk aus. Aktuelle Einschätzungen von Branchenvertretern machen wenig Hoffnung, dass sich das ändern wird. Da die Auftragsbücher voll sind, müssen die Kunden mit zum Teil erheblichen Wartezeiten rechnen.

Fachkräfte werden im deutschen Handwerk dringend gesucht. Und trotz schwächelnder Konjunktur und düsterer Aussichten für die Gesamtwirtschaft dürfte sich wenig ändern. „Der Fachkräftemangel im Handwerk ist so hoch, dass viel passieren müsste, bevor man an einen ausgeglichenen Markt denken könnte“, sagte Lydia Malin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Momentan sieht sie keine Chance, die Entwicklung im Handel umzukehren. „Der Fachkräftemangel wird sich voraussichtlich allein durch den demografischen Wandel weiter verschärfen und wird eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre sein.“

Handwerksbetriebe sehen sich aus unterschiedlichen Gründen mit steigenden Kosten konfrontiert. „Einerseits ist da der Mangel an Rohstoffen, der zu steigenden Preisen führt“, sagte Malin. „Auf der anderen Seite führt der Fachkräftemangel dazu, dass Unternehmen teilweise mehr für Personal bezahlen müssen.“ Das verteuert den Handel für den Endkunden. „Und natürlich gibt es auch die, die es sich nicht mehr leisten können oder wollen.“ Allerdings ist dies noch in geringem Umfang der Fall, sodass von einer Trendwende nicht gesprochen werden kann.

Das Elektrohandwerk geht sogar davon aus, dass sich der Fachkräftemangel verschärfen wird. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Elektro- und Informationstechnik-Handwerks (ZVEH) macht sich der Auftragsrückgang in der Baubranche bemerkbar. „Die wirtschaftliche Lage des Elektrohandwerks ist jedoch sehr stabil.“ Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Speichertechnologien erlebten aufgrund der rasant steigenden Energiepreise einen Nachfrageboom. „Das schlägt sich in vollen Auftragsbüchern nieder.“

Auftragsbücher seit Monaten teilweise gefüllt

Laut einer Wirtschaftsumfrage vom September haben mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Elektrohandwerksbetriebe Aufträge für mehr als zwei Monate. Bei knapp einem Drittel (30,8 Prozent) sind die Auftragsbücher schon länger als vier Monate im Voraus gefüllt. Viele Unternehmen können Aufträge jedoch aufgrund von Materialmangel nicht so schnell wie gewünscht bearbeiten. Weil die Energiewende und die zunehmende Digitalisierung neue Aufgabenfelder für das Elektrohandwerk schaffen, rechnen die Elektrohandwerke nicht mit einer Entspannung: „Der Fachkräftemangel wird sich verschärfen.“

Auch Maler und Lackierer haben noch viel zu tun. „Die Auftragsbücher sind derzeit noch voll“, lautet das Resümee des Bundesverbandes Farbgestaltung Bautenschutz. Doch seit Anfang 2021 steigen die Preise zum Beispiel für Farben und Lacke oder Bodenbeläge ebenso stark wie für Treibstoff und Energie. „Es bleibt offen, wie weit und wie lange die explodierenden Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden können.“ Sowohl im Neubau als auch in der Sanierung meldeten Unternehmen vermehrt Auftragsverschiebungen und -stornierungen. Allein vom Frühjahr 2021 bis zum ersten Quartal 2022 erhöhte sich die Auftragsdurchlaufzeit für Maler- und Lackiererleistungen laut Verband um weitere zwei Wochen auf durchschnittlich 14,3 Wochen. Für die kommenden Jahre ist keine Entspannung des Fachkräftemangels in den Handwerken Maler, Lackierer und Fahrzeuglackierer in Sicht.

Ähnlich sieht es in der Sanitär- und Heizungsbranche aus: „Im Moment spüren die Unternehmen noch eher Lieferschwierigkeiten als Kundenzurückhaltung“, sagte der Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, Frank Ebisch. Besonders stark nachgefragte Heizungsprodukte sind von Lieferschwierigkeiten betroffen – etwa Wärmepumpen und Boiler. Die Auftragsbücher hingegen sind voll. „Der Bedarf an neuer Heiztechnik ist derzeit hoch“, sagte der Sprecher. „Das ist natürlich getrieben von den steigenden Energiepreisen und den klimapolitischen Entscheidungen aus Berlin.“ Allein 500.000 Wärmepumpen sollen jährlich bis 2030 installiert werden. Ebischs Fazit: Der Fachkräftebedarf ist ein Dauerproblem der Branche.

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