Die UEFA wird Schiedsrichter Szymon Marciniak bei der EM wohl „bestrafen“.

dpatopbilder - 8. Mai 2024, Spanien, Madrid: Fu

Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak zog den Unmut der Bayern-Stars um Matthijs de Ligt auf sich. Bild: dpa / Peter Kneffel

Sport

Auch zwei Tage später steht diese eine Szene immer noch im Mittelpunkt der Diskussionen. Linienrichter Tomasz Listkiewicz hebt die Fahne und Schiedsrichter Szymon Marciniak pfeift genau in dem Moment, in dem Bayern Münchens Matthijs de Ligt in der 14. Minute der Nachspielzeit punktet. Im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales gegen Real Madrid hätte es angeblich 2:2 gestanden. Das Spiel wäre in die Verlängerung gegangen.

Die Aufregung rund um die Szene war im Anschluss bei den Bayern-Stars und Verantwortlichen riesig. Eigentlich hätte das Schiedsrichterteam das Spiel weiterlaufen lassen müssen, damit der Videoassistent dann die Szene überprüfen konnte.

Nach Angaben einiger Bayern-Stars entschuldigte sich das polnische Schiedsrichterteam für seinen Fehler auf dem Spielfeld und nach dem Spiel. Für Marciniak hat dies nun jedoch weitere Auswirkungen – denn auch die UEFA mischt mit.

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EM 2024: Marciniak dürfte wohl das Eröffnungsspiel in München pfeifen

Marciniak ist tatsächlich einer der besten Schiedsrichter Europas. Mit seinem Auftritt im WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich sorgte er weltweit für Aufsehen. Mit seinem Team schätzte er jede Situation richtig ein und konnte einen Schwalbe des Franzosen Marcus Thuram ohne Hilfe des Video-Schiedsrichters erkennen. Anschließend wurde er sogar als Weltschiedsrichter anerkannt.

Doch der Fehler in Madrid könnte nun zu einem Wendepunkt in seiner Karriere führen.

Laut der polnischen Sportzeitung „Przegląd Sportow“ war geplant, dass der 43-Jährige auch das EM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland am 14. Juni in München leiten soll. Nun sind die Chancen, dass Marciniak das Spiel leitet, „null“. Vermutlich gibt es innerhalb der UEFA Diskussionen darüber, wie sie mit der Situation umgehen wollen.

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter nennt Konsequenzen

Während es noch keine endgültige Entscheidung gibt, ist sich der ehemalige Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati sicher, dass der Schiedsrichter von der UEFA „bestraft“ wird. Rafati sagte dem Portal Sportbuzzer:

„Bei einer Europameisterschaft im Land der nun benachteiligten Mannschaft wird er kein Spiel mit deutscher Beteiligung bekommen, schon gar kein Auftaktspiel in München.“

Auch Rafati kann die Entscheidung des Schiedsrichterteams nicht nachvollziehen. Ihm zufolge „hätte so etwas überhaupt nicht passieren dürfen. Es ist unverständlich und unerklärlich.“

Ähnlich sieht es Ex-Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe. Er bewertete die Leistung des Polen als „seit langer Zeit gut“. Bis zur letzten Szene. „Mit der Erfahrung auf diesem Niveau ist eine so einfache Fehlerkette heutzutage und mit VAR für den Fußball schwer zu ertragen. So unnötig und bitter“, schreibt Gräfe bei X.

Hansi Flick ist als Cheftrainer der Nationalmannschaft gescheitert, darüber sind sich Experten und Fans einig. Beim FC Bayern genießt er aber immer noch einen guten Ruf, schließlich gewannen die Münchner mit Flick als Trainer 2020 das Triple aus Champions League, Bundesliga und DFB-Pokal.

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