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Die Sommerzeit endet – noch einmal: Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Die Sommerzeit endet – schon wieder
Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Heute Abend ist es wieder soweit: Die Uhren werden eine Stunde zurückgestellt. Für die meisten Deutschen ein leidiges Thema. Sie möchten die Zeitumstellung abschaffen. Entsprechende EU-Pläne existierten bereits. Aber was ist aus ihnen geworden?

An diesem Sonntagabend werden die Uhren erneut umgestellt: Um drei Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde von der Sommerzeit auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), auch Winterzeit genannt, zurückgestellt. Dann ist es morgens früher heller und nachmittags eher dunkel. Doch viele Menschen haben genug vom Hin und Her und plädieren für ein Ende der Zeitumstellung.

Dass der Sonntag durch die Zeitumstellung eine Stunde länger ist, dürfte die meisten nicht stören. Allerdings ist die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr und auf Winterzeit im Herbst unbeliebt, wie Umfragen regelmäßig zeigen. In einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit sprachen sich 77 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. 32 Prozent der Befragten hatten nach eigenen Angaben nach der Zeitumstellung gesundheitliche oder psychische Probleme – das ist laut Krankenkasse der höchste Stand in den vergangenen zehn Jahren.

Kritiker der Zeitumstellung weisen neben gesundheitlichen Problemen darauf hin, dass sie ihren ursprünglichen Zweck nicht erfülle. Tatsächlich sollte das Vorstellen der Uhr im Frühjahr helfen, in den helleren Monaten des Jahres Energie zu sparen. Die Begründung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne verschiebt, wird weniger Licht verbraucht und damit weniger Strom verbraucht. Laut Analysen sind Energiespareffekte jedoch kaum nachweisbar.

EU-Projekte könnten ohne Einigung scheitern

Innerhalb der EU wird spätestens seit Sommer 2018 konkret über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert. Damals sprachen sich 84 Prozent der Teilnehmer einer EU-weiten Online-Umfrage gegen die reguläre Zeitumstellung aus, wobei die Beteiligung in Deutschland besonders hoch war. Allerdings ist noch nicht klar, wann die EU solche Pläne umsetzen wird.

Die notwendige Abstimmung zwischen den Mitgliedsstaaten lässt noch auf sich warten. Der Ball liegt laut EU-Kommission zunächst bei den Mitgliedsstaaten. Allerdings streiten sich die 27 Länder darüber, wie die Abschaffung der Zeitumstellung umgesetzt werden soll. Und ohne Vereinbarung kann das ganze Projekt sogar scheitern. Im Zuge der laufenden Debatten wurde unter anderem auch deutlich, dass einige EU-Staaten – etwa Portugal – grundsätzlich am Ende der Zeitumstellung stehen.

Technisch routiniert

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin plädiert in der Debatte für die Beibehaltung der Normalzeit – also der Winterzeit. Tageslicht und damit wiederum insbesondere der blaue Anteil des Sonnenlichts ist der „Haupttimer“ für die sogenannte innere Uhr des Menschen und maßgeblich für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All dies wird nach Ansicht der Experten am besten durch die Winterperiode gewährleistet.

Durch die Umstellung auf Sommerzeit droht jedoch Schlafmangel, der zu Konzentrations- und Leistungsverlust sowie mehr Unfällen führt. Auch der Deutsche Lehrerverband befürchtet bei einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit gesundheitliche Risiken für Schüler.

Rein technisch gesehen ist die Zeitumstellung unproblematisch. Die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig sind die Uhren, die in Deutschland die Zeit halten. Die Signale werden über Sender übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Auch für die Deutsche Bahn ist die Zeitumstellung längst Routine.