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Die ökologische Bilanz der IT-Systeme des Bundes hat sich kaum verbessert


Die ökologische Bilanz der IT-Systeme des Bundes hat sich kaum verbessert

Stand: 6. Dezember 2023 8:24 Uhr

Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit hinken die Bundesrechenzentren hinter den selbst gesteckten Zielen der Ampel-Koalition zurück. Auch die Datenbasis für Umweltstatistiken sei unzureichend.

Die Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung werden in den Bundesrechenzentren vernachlässigt. Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden die selbst gesteckten Ziele der Ampel-Koalition nicht erreicht. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor.

Auch die Umweltstatistiken der Rechenzentren basieren auf einer wackeligen Datenbasis. Für jedes vierte föderale System sind weder der Stromverbrauch noch der Anteil an Ökostrom bekannt.

Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg beklagte mangelnde Transparenz: „Solange die Ampel weiterhin dieses eklatante strukturelle Informationsdefizit aufweist, wird sie keines ihrer Nachhaltigkeitsziele für ihre IT erreichen können.“ Ohne sinnvolle Daten kann man nicht gut steuern.

Ab 2027 nur noch erneuerbare Energie

Im Vergleich zu einer ähnlichen Anfrage aus dem Jahr 2022 gibt es zumindest eine leichte Verbesserung. Mittlerweile nutzen 74 der insgesamt 118 Rechenzentren erneuerbare Energien. Vor einem Jahr gab es nur 52 Systeme. Allerdings ist eine Verbesserung des Anteils erneuerbarer Energien nur in vier Systemen zu erkennen.

In dem Papier weist die Bundesregierung darauf hin, dass Rechenzentrumsbetreiber ab dem 1. Januar 2024 verpflichtet seien, 50 Prozent ihres Stromverbrauchs mit Strom aus erneuerbaren Energien zu decken. Bis 2027 sollen die Anlagen zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden Energien.

„Blauer Engel“ ist kein Standard

In den Reaktionen der Bundesregierung auf die Nachhaltigkeit der Bundes-IT fällt wie bereits vor einem Jahr auf, dass das Bundesumweltzeichen „Blauer Engel“ kaum eine Rolle spielt. Das Siegel wird seit über 40 Jahren von der Bundesregierung zur Auszeichnung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen gefördert. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition heißt es: „Für die IT-Beschaffung des Bundes sind Zertifizierungen wie der ‚Blaue Engel‘ erforderlich.“

Vor einem Jahr erfüllte kein einziges Bundesrechenzentrum alle acht Kriterien des „Blauen Engels“. Mittlerweile verfügen zwei Rechenzentren über das Zertifikat, allerdings nur nach einer inzwischen veralteten Bewertungsmethode. Für die aktuelle Fassung des „Blauen Engel“ müssen 21 statt acht Kriterien erfüllt sein. Derzeit kann dies kein föderales System leisten. Nur fünf Prozent gaben an, mindestens die Hälfte erfüllt zu haben. An der Spitze steht ein Rechenzentrum, das 17 von 21 Kriterien erfüllt.

Bei der Nutzung der Abwärme, die in Rechenzentren beim Betrieb von Servern und anderen IT-Komponenten zwangsläufig entsteht, sieht die Linke-Fraktion im Vergleich zum Vorjahr sogar eine Verschlechterung. Nur elf von 118 Anlagen nutzten die Abwärme dann in irgendeiner Form; 2022 waren es noch 14.

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