Die Kfz-Versicherung der Allianz übernimmt Reparaturen mit Gebrauchtteilen

Stand: 10. Mai 2024 8:55 Uhr

Kfz-Versicherer leiden unter stark gestiegenen Kosten. Die Allianz geht nun einen umweltfreundlicheren und zugleich günstigeren Weg: Reparaturen mit Gebrauchtteilen.

Mittlerweile lässt die Kfz-Versicherung der Allianz auch Autos mit gebrauchten Ersatzteilen reparieren. Dies soll sowohl umweltfreundlicher als auch günstiger sein. Teilnahmeberechtigt sind Fahrzeuge im Alter zwischen drei und acht Jahren.

Der Münchner DAX-Konzern und größte deutsche Versicherer verwies auf England, die Niederlande und Frankreich, wo es seit mehreren Jahren Vorgaben zur Förderung von Mehrwegteilen in Kfz-Werkstätten gebe.

„Reparieren ist nachhaltiger“

„Alle Experten sind sich einig: Reparieren ist nachhaltiger als der Einsatz von Neuteilen“, sagte Frank Sommerfeld, Chef der Allianz Versicherungs-AG, die das Sachversicherungsgeschäft in Deutschland betreibt.

Als Quelle der Ersatzteile sollen Autos mit Totalschaden dienen, die bisher häufig zur Demontage ins Ausland verkauft wurden. Die Allianz will Teile wie Türen, Front- und Heckklappen, aber auch Spiegel, Scheinwerfer und Rücklichter wiederverwenden. „Sicherheitsrelevante Teile wie Lenkung, Achsteile oder Räder werden nicht verwendet“, sagte Sommerfeld.

Groß Einsparpotenzial

Als Beispielrechnung nannte der Manager die Reparatur der Windschutzscheibe eines VW ID.3, bei der der Verzicht auf eine neue Scheibe dann 1.200 Euro weniger kosten würde.

Nach Angaben des Allianz Zentrums für Technologie würden die CO2-Emissionen in diesem Beispiel um fast 100 Prozent geringer ausfallen. Denn bei der Produktion von Autoteilen entstehen Treibhausgase, die beim Einbau eines gebrauchten Ersatzteils naturgemäß nicht wieder entstehen.

Die Einnahmen decken die Kosten nicht mehr

Deutsche Kfz-Versicherer leiden seit Jahren unter steigenden Kosten, die vor allem auf die hohen Preise für neue Ersatzteile zurückzuführen sind.

Da die Einnahmen die Kosten derzeit nicht mehr decken, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in diesem Jahr mit einem weiteren milliardenschweren Defizit der Versicherungswirtschaft im Automobilbereich.

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