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Die hohen finanziellen Kosten, die beim Befüllen der deutschen Gasspeicher in den vergangenen Monaten angefallen sind


Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Branchenkreise. Das Unternehmen Trading Hub Europe (THE) wollte das von ihm gekaufte Gas für die deutschen Speicher gegen einen möglichen Wertverfall ab Juni absichern, erhielt aber erst Anfang Oktober die entsprechende Genehmigung.

Das daraus resultierende Risiko für die deutschen Steuerzahler liegt Experten zufolge in Milliardenhöhe. THE hatte im Auftrag des Staates große Mengen Gas eingekauft, ohne sie zu einem bestimmten Termin in der Zukunft wieder zum Verkauf anzubieten. Durch solche Terminkontrakte stellen Händler eigentlich sicher, dass sie ihr Gas in Zukunft zu einem bestimmten Preis wieder loswerden können. Ohne Absicherung besteht die Gefahr, teuer gespeichertes Gas am Ende zu deutlich niedrigeren Preisen weiterverkaufen zu müssen. Nach Informationen des Magazins sollen bereits im Juni Gespräche stattgefunden haben. THE wollte die Termingeschäfte zunächst, wie branchenüblich, über den außerbörslichen Handel regeln. Die zuständige Bundesnetzagentur habe sich Ende August in die Gespräche eingeschaltet und von außerbörslichen Geschäften abgeraten, schreibt der „Spiegel“. Termingeschäfte sollten besser über die Gasbörse EEX abgewickelt werden. Dort sind unter anderem Ausfallrisiken besser abgesichert. THE erhielt schließlich am 5. Oktober die Zulassung für Termingeschäfte an der EEX. Zu diesem Zeitpunkt gab es nicht mehr viel zu sichern: Die Gasspeicher waren bereits zu 95 Prozent gefüllt.

dts Deutsche Textdienst Nachrichtenagentur GmbH