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Die erste Tesla-Autofabrik in Deutschland produziert seit März offiziell.


Der US-Elektroautohersteller Tesla will seine Produktion in Grünheide bei Berlin ausbauen. Auf dem bestehenden Gelände werde derzeit die nächste Ausbaustufe vorbereitet, um die Kapazität zu erhöhen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Dafür würden ab diesem Freitag 70 Hektar Kiefernwald gerodet. Die Räumungsgenehmigung liegt bereits vor. Tesla bereitet einen Antrag für die Erweiterung vor. Dazu bedarf es auch eines neuen umweltrechtlichen Verfahrens. Zuvor hatte die „Märkische Oderzeitung“ (online) darüber berichtet.

Wald wird wieder gerodet

Tesla beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit mehr als 7.000 Mitarbeiter. Später sollen es 12.000 Beschäftigte sein, mit dem Ausbau würden es noch mehr werden. Wie umfangreich der Ausbau ausfallen würde, war zunächst unklar. Tesla sprach von zusätzlichen Produktionskapazitäten im nördlichen Teil des Standorts.

Im März startete offiziell die Produktion im brandenburgischen Grünheide. Derzeit produziert das Unternehmen in seiner einzigen Fabrik in Europa rund 2000 Autos pro Woche. Dies entspricht etwa einem Fünftel des Ziels in der ersten Ausbauphase. Naturschützer warnen vor den negativen Auswirkungen der Fabrik auf die Umwelt, doch Tesla weist diese Bedenken zurück.

Tesla rodet für den Ausbau erneut Wald, um Platz für die Baustelle der geplanten Ausbaustufe, aber auch für die Zentralisierung der Baustelleninfrastruktur zu haben. Die Rodung der Bäume erfolgte auf Grundlage des bisherigen Bebauungsplans. Alle notwendigen Wald- und Artenschutzmaßnahmen wurden umgesetzt oder befinden sich in Umsetzung. Bisher wurden 300 Hektar Mischwald aufgeforstet. Gleichzeitig ist eine Erweiterung des Areals beispielsweise für einen Güterbahnhof geplant, was aber einen neuen Bebauungsplan erfordert.

Der Premierminister ist zufrieden

Die Brandenburger Landesregierung sieht die Ausbaupläne als Bestätigung der Standortwahl. „Mit der Ankündigung der nächsten Ausbaustufe der Autofabrik bekennt sich Tesla klar zum Standort Brandenburg“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag. „Deshalb freue ich mich über die Nachricht.“

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sprach von einem guten Zeichen. „Brandenburg entwickelt sich immer mehr zu einem wichtigen Standort für die moderne Automobilindustrie in Deutschland, und Tesla als größter industrieller Arbeitgeber und Ausbilder in Brandenburg hat daran entscheidenden Anteil.“

Dagegen lehnte der Verein Natur & Landschaft Brandenburg eine Erweiterung der Fabrik ab und kritisierte die Rodung. „Tesla kontrolliert die laufende Produktion nicht“, warf der Verband dem Unternehmen vor. „Im betrieblichen Ablauf kommt es immer wieder zu Störungen, die Mensch und Umwelt gefährden.“ Sie wiesen auf mehrere Brände hin. Auch die Baufreigabe für die Fabrik vor mehr als zwei Jahren wurde von Kritik begleitet.

Im September wurde bekannt, dass Tesla zuvor ohne funktionierende Brandmeldeanlage in Grünheide produziert hatte. Tesla sagt, man arbeite daran. Der Landkreis Oder-Spree sieht den Brandschutz mit einem Vorkonzept als gesichert an.



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